In Deutschland wehrt sich die «Bürgerinitiative Wasserkraftwerk am Altrhein» gegen Pläne, beim Kraftwerk Grenzach-Wyhlen eine Wasserstoff-Fabrik zu bauen («Schweiz am Wochenende» berichtete). Die Anlage der Energiedienst AG soll unmittelbar am Rhein entstehen, gegenüber von Wohngebieten in Augst und Pratteln.

Doch der Kanton Baselland hat kaum etwas dagegen einzuwenden. Das geht aus dem Bericht hervor, den die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) gestern ans Regierunspräsidium Freiburg geschickt hat. Dieses hatte die Schweizer Behörden in einem grenzüberschreitenden Vernehmlassungsverfahren aufgerufen, Stellung zu nehmen.

Alle Fachstellen des Kantons hätten untersucht, ob die Anlage die rechtlichen Bestimmungen erfülle, sagt der stellvertretende Leiter des Rechtsdienstes der BUD, Andres Rohner. Dabei stellte nur die Fachstelle Lärmschutz Unklarheiten fest. Sie wünscht sich von den deutschen Behörden, dass sie die möglichen Lärmauswirkungen auf Schweizer Boden berechne. Nichts gegen die Baupläne einzuwenden hat hingegen das Sicherheitsinspektorat.

Rohner zeigt sich zuversichtlich, dass die deutschen Behörden auf das einzige Baselbieter Anliegen eingehen: «Wir haben ein gutes Einvernehmen mit dem Regierungspräsidium Freiburg».

Bereits vor einigen Wochen hatte der Kanton Aargau Stellung genommen. Er sieht keine Beeinträchtigung der Wohngebiete in Kaiseraugst, die am nächsten zur geplanten Anlage sind.

Runder Tisch ohne Schweizer

An einem runden Tisch der Gemeinde Grenzach-Wyhlen vorletzte Woche war die Schweizer Seite nicht vertreten. Laut Rohner war der Kanton Baselland gar nicht erst eingeladen worden; er wusste nichts davon. Dabei war dort der Schweizer Widerstand gegen die Fabrik durchaus ein Thema. Gemäss der «Badischen Zeitung» wurde nämlich darüber gestritten, welchen Wert man ihm zumessen solle.

Von den 300 Unterschriften, die die Bürgerinitiative gegen das Projekt gesammelt hat, stammen rund 50 aus der Schweiz. Für den Grenzacher Bürgermeister Thomas Benz sind diese «nicht von Belang». Das sagte er der «AZ Fricktal». Der Grund: Die Unterschriften seien mit der Frage «Sind Sie gegen eine Chemieanlage im Naturschutzgebiet?» gesammelt worden. Doch der Begriff «Chemieanlage im Naturschutzgebiet» entspreche «nicht den Tatsachen».

Michael Kempkes, Sprecher der Bürgerinitiative, bestreitet, dass es eine solche Fragestellung jemals gegeben habe. In der Schweiz seien Fischer und Vogelfreunde gegen das Projekt. Der bz gegenüber äusserte auch Jost Müller, Geschäftsführer des WWF Region Basel, Bedenken. In Deutschland sind neben den Anwohnern der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisch eingestellt.