Der Hitzesommer ist endgültig vorbei. Seit dem vergangenen Wochenende hat es ausgiebig geregnet, und die Temperaturen sind deutlich gesunken. Deshalb hat der Baselbieter Kantonale Krisenstab am Mittwoch das Feuerverbot im Wald, in Waldesnähe und im Freien vollständig aufheben können. Es war während des Hitzesommers eingeführt worden, erst teilweise, dann komplett und zuletzt wieder teilweise. Die Waldbrandgefahr stufe man unterdessen als gering ein, heisst es in einer Mitteilung.

Der Krisenstab lobt darin die «grosse Disziplin der Bevölkerung» während der Hitzeperiode. Dank ihr und dem lang anhaltenden Feuerverbot sei der Kanton vor grösseren Bränden verschont geblieben. Einen richtigen Waldbrand habe es diesen Sommer keinen einzigen gegeben, sagt Krisenstab-Sprecher Rolf Wirz auf Anfrage der bz. «Sogar am 1. August hat kaum jemand Feuerwerk abgelassen.» Vielleicht habe jemand mal die Verschärfung des Feuerverbots im Sommer nicht mitgekriegt, vielleicht habe ein anderer aus Unwissenheit eine Feuerstelle benutzt. «Aber das waren alles Einzelfälle im Promillebereich.» Die Information der Bevölkerung über Facebook, Twitter und die Webseiten des Kantons und der Gemeinden hätten sich bewährt, findet Wirz, ebenso die Beschilderung an sinnvollen Stellen wie den Waldrändern und den Feuerstellen.

«Unsere Kommunikation hat offensichtlich gut funktioniert.» Die Lage hat sich jetzt beruhigt, aber noch nicht normalisiert, wie er betont. Das gilt insbesondere für die Flüsse und Bäche im Kanton. Die Pegel haben auf die Niederschläge der vergangenen Tage teilweise deutlich reagiert, befinden sich aber grösstenteils immer noch auf einem für die Jahreszeit tiefen Niveau, heisst es in der Mitteilung des Krisenstabs. Es liege weiterhin eine Niedrigwassersituation vor. Die Fische hätten vor allem unter den hohen Wassertemperaturen gelitten, sagt Wirz. Das habe sich jetzt stark gebessert. Aber in kleinen Gewässern wie dem Homburgerbach fliesse immer noch wenig Wasser. Das Wasserentnahmeverbot für den Privatgebrauch ist dennoch aufgehoben. Für eine Normalisierung des Grundwassers seien aber Wochen oder sogar Monate mit regelmässigem und ergiebigem Regen nötig.

«Der Wald ist noch sehr trocken», warnt Wirz. Zwar gebe es jetzt Tau und etwas Regen. Aber wenn kein Schnee liege, könne es sogar im Dezember einen Waldbrand geben. Deshalb ruft der Krisenstab weiterhin zu Vorsicht beim Feuern im Wald auf. Noch zu früh ist es, um abzuschätzen, ob an Silvester ein Feuerverbot ausgesprochen wird. «Sichere Prognosen über die Trockenheit können wir nur zwei bis drei Tage im Voraus erstellen», sagt Holger Stockhaus vom Amt für Wald beider Basel. Schon für den vergangenen 1. August habe man erst kurz davor die Situation evaluiert. «Wir wollen ja nicht unnötig ein Verbot aussprechen.» (SDA/bz)