Die Baselbieter Verwaltung beabsichtigt, das Regierungsgebäude in Liestal sicherheitstechnisch aufzurüsten. Gleichzeitig soll die «Ochseschüür», wie der Repräsentationsbau aus dem 18. Jahrhundert im Volksmund genannt wird, saniert und architektonisch aufgepeppt werden.

«Die anstehenden Umbauarbeiten möchten wir nutzen, um die über die vergangenen Jahrzehnte gewachsenen, in ihrer Charakteristik und Qualität teils sehr unterschiedlich gestalteten Bereiche, in eine Gesamtgestaltung zu überführen», fordert der Baselbieter Kantonsarchitekt Marco Frigerio in der Projektausschreibung, die gestern publiziert worden ist. Gesucht werden nun geeignete Architektinnen und Architekten, die «mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sollen signifikante ästhetische Verbesserungen» erzielen können.

Für insgesamt 7 Millionen Franken, davon rund 1,5 Millionen an Honoraren, soll ein «modulares» und an die Umstände angepasstes Sicherheitskonzept umgesetzt werden, welches die von Fankhauser geforderten erhöhten Schutzanforderungen für die Mitarbeitenden im Regierungsgebäude, aber auch für die Mitglieder des Landrats und der Regierung umsetzt. Bisher ist die «Ochseschüür» inklusive Landratssaal weitgehend offen zugänglich. Einzig die Sicherheitsdirektion im ersten Stock ist durch eine Eingangsschleuse abgetrennt.

Mängel beim Brandschutz

Verläuft alles plangemäss soll die Planung für das Umbauprojekt bis Ende 2020 abgeschlossen sein und die Ausgabenbewilligung durch das Parlament vorliegen. Die eigentlichen Bauarbeiten sind laut Zeitplan für 2021 und 2022 vorgesehen. Neben der fehlenden Gesamtästhetik eines über die Jahrhunderte mehrfach umgebauten und erweiterten Gebäudekomplexes und der offenen Sicherheitsfragen für die sich darin aufhaltenden Menschen bestehen heute auch Mängel bezüglich Brandschutz und Erdbebensicherheit. Die aktuellen Anforderungen in diesen beiden Bereichen werden laut Frigerio «nicht genügend» erfüllt.

Die konkreten Verbesserungen und Sanierungsziele, die laut Projektbeschrieb erreicht werden sollen, umfassen unter vielem anderen neue Fenster und neue Anstriche für die Fassaden, den Einbau von Sitzungszimmern für Fraktionen des Landrats im dritten Obergeschoss, eine neue Abstimmungsanlage im Landratssaal inklusive moderner Audio- und Videowiedergabe sowie Feuchtigkeitssanierungen im Untergeschoss.