Ein Apfel vom Baselbieter Obstbauer, ein edler Tropfen vom einheimischen Weinproduzenten, regionale Leckereien in einer Besenbeiz geniessen oder schlafen auf einem hiesigen Bauernhof. Das Gute liegt so nah. Genau das möchten Baselland Tourismus und der Bauernverband beider Basel mit ihrer neu erschienenen Genuss- und Einkaufskarte der Bauernhöfe im Baselbiet aufzeigen. Sie wollen den Agrartourismus fördern.

Tourismuskarten ein Renner

Mit seiner jüngsten Kreation hat Baselland Tourismus eine weitere Trumpfkarte ausgespielt. Nach der Ausflugskarte, Wanderkarte, Archäologiekarte und Velokarte folgt nun die Genuss- und Einkaufskarte «Ab ufs Land», die alle der Grafiker Erwin Schönholzer entworfen hat. Gesamthaft wurden bisher 260 000 Karten gedruckt.

«Dieses Projekt ist kein Zufall», sagte Tobias Eggimann, der Geschäftsführer von Baselland Tourismus, auf dem Kienberghof ob Sissach. Eggimann erzählte vor Gästen und zahlreichen Bauern, die auf der Genuss- und Einkaufskarte vertreten sind, dass die Arbeiten dafür bereits vor zwei Jahren begonnen haben. Mit «Ab ufs Land» sollen die Leute in der Region animiert werden, Produkte aus der Region zu kaufen und zu konsumieren. Von Sissach aus gesehen hole man im Umkreis von 30 Kilometern fast eine Million Menschen ab, rechnete Tobias Eggimann vor.

Die vielfältigen Angebote der Bauern sind beeindruckend. Rund 60 Baselbieter Betriebe verdienen ihr Einkommen mehr oder weniger mit Agrartourismus: Direktvermarktung, Gastronomie, Catering, Übernachtungs- und Erlebnisangebote. Angesichts der 900 Landwirtschaftsbetriebe sei noch «Luft nach oben», ist Eggimann überzeugt. Er blickt bereits in die Zukunft: «Wir hoffen, wenn wir in ein, zwei Jahren die Karte neu drucken, dass wir die Angebotspalette weiterentwickeln können.»

Die Genuss- und Einkaufskarte löst für den Bauernverband beider Basel (BVBB) dessen veralteten Einkaufsführer ab, der letztmals 2010 herausgegeben worden ist. «Wir wollen die Direktvermarktung fördern und ein Bewusstsein für regionale, landwirtschaftliche Produkte schaffen», sagte Franziska Hochstrasser, Geschäftsführerin des BVBB. Die Panoramakarte bildet das ganze Baselbiet ab, das durch die Landwirtschaft geprägt ist.

Bauern müssen investieren

Der Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums Ebenrain in Sissach, Lukas Kilcher, warf einen Blick in die Schweizer Nachbarschaft. Er erwähnte das Südtirol, Piemont, die Steiermark oder die Badische Weinstrasse, wo der Agrartourismus sehr ausgeprägt sei. «Was die Rahmenbedingungen betrifft, hinken wir in der Schweiz hinterher», hält Kilcher fest und erwähnt dabei die Raumplanung und die Direktzahlungen. Denn für den Agrartourismus müssen die Bauernbetriebe investieren, macht der Ebenrain-Leiter klar. Dieser freut sich, dass Baselland Tourismus und die Landwirtschaft zusammenspannen.

Dieter und Jeannette Imhof, die den Kienberghof ob Sissach seit fünf Jahren führen, haben einen Dreispartenbetrieb: Obst-, Weinbau und Schafzucht. Sie bewirtschaften 26 Hektaren, betreiben eine Besenbeiz, Catering und haben neu ein Wystübli.

Die Promotoren haben den Termin für die Präsentation der Karte «Ab ufs Land» gut gewählt. Denn am traditionellen Ebenraintag in Sissach, einem Besuchermagnet, wird am kommenden Sonntag die Genuss- und Einkaufskarte der Bauerhöfe im Baselbiet unter die Leute gebracht.

Die Panoramakarte ist ab sofort kostenlos erhältlich an mehr als 100 touristischen Attraktionen des Baselbiets, in Hotels und vielen Restaurants. Auch in den Geschäftsstellen der Sponsoren UBS und Tarifverbund Nordwestschweiz (BVB, BLT, AAGL, WB) liegt die Karte auf.