Baselland steht vor einem heissen Wahlherbst: Vor allem die Ausmarchung um den einzigen Sitz des Landkantons im Ständerat verspricht Hochspannung. Schafft es die FDP, mit Daniela Schneeberger den Sitz nach zwölf Jahren Claude Janiak (SP) zurück ins bürgerliche Lager zu holen? Angesichts der starken Konkurrenz – die SP tritt mit Nationalrat Eric Nussbaumer an, die Grünen kommen mit Nationalrätin Maya Graf – ein schwieriges Unterfangen.

Für FDP-Präsidentin Saskia Schenker ist klar: «Damit dies gelingt, benötigen wir die Unterstützung möglichst vieler Parteien und Gruppierungen.» Die FDP hat ihre Kandidatin bereits nominiert; so gut wie sicher ist zudem der Support der SVP für Schneeberger. Zentral ist die Frage: Wen unterstützen die Mitteparteien CVP, BDP und GLP?

CVP-Nationalratssitz auf der Kippe?

Vor allem von der CVP erhofft sich Schenker ein «starkes Signal» für Schneeberger. Allerdings ist bei den Christdemokraten noch völlig offen, wen sie bei den Ständeratswahlen unterstützen. Die vierte Kandidatin Elisabeth Augstburger (EVP) sei bei der CVP nicht gesetzt, betont der neue Parteipräsident Silvio Fareri auf Anfrage. Dies, obwohl CVP und EVP bei den gleichzeitigen Nationalratswahlen eine Listenverbindung eingehen. Das ist insofern verständlich, als dass dem starken wirtschaftsliberalen CVP-Flügel Augstburger politisch weniger nahe steht als FDP-Kandidatin Schneeberger.

Dennoch knüpft man bei der CVP die Nomination Schneebergers an Bedingungen: «Ich selber würde eine Unterstützung von Daniela Schneeberger ausschliessen, sollten FDP und SVP bei den Nationalratswahlen eine Listenverbindung eingehen», sagt Fareri. Dies sei seine persönliche Meinung. Entscheiden wird der CVP-Parteitag im August. Dass Fareri eine solche Bedingung stellt, hat Gründe: In der CVP befürchten einige, dass eine Listenverbindung von FDP und SVP den Sitz der eigenen Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter gefährden könnte. Mit dem wahltaktischen Pfand des Supports für die einzige klar bürgerliche Ständeratskandidatin will man bei der CVP dieses Risiko im vornherein minimieren.

BDP-Chef wirbt für Schneeberger

FDP-Chefin Schenker schüttelt den Kopf: Die Befürchtungen, wonach der CVP-Nationalratssitz gefährdet ist, seien unbegründet. Sie trenne zudem zwischen Nationalrats- als Proporz- und Ständerats- als Majorzwahlen. Die von CVP-Chef Fareri formulierte Bedingung bringt Schenker in die Zwickmühle; schliesslich hilft der FDP eine Listenverbindung mit der SVP, den eigenen, von Daniela Schneeberger gehaltenen Nationalratssitz abzusichern. Dieser ging 2011, als die FDP alleine marschierte und einige Wählerprozente einbüsste, um ein Haar verloren.

Doch auch Marc Bürgi, Chef der kleinen BDP, will der FDP die Listenverbindung mit der SVP ausreden: «Ich fände eine solche Verbindung komisch. Auf nationaler Ebene haben die beiden Parteien in wichtigen Dossiers – EU-Rahmenabkommen, Schengen-Mitgliedschaft, Klimawandel – nicht dieselbe Meinung.» Die FDP stehe derzeit der CVP und BDP wesentlich näher. Wie CVP-Präsident Fareri eine Bedingung formulieren für den Support im vermutlich engen Ständeratsrennen mag Bürgi allerdings nicht. Die BDP werde jene Kandidatur unterstützen, die ihr politisch am nächsten stehe. «Für mich persönlich ist das Daniela Schneeberger», betont Bürgi. Die BDP will am 13. Juni ein Hearing mit den vier Kandidierenden durchführen.

Demgegenüber wird der Vorstand der Grünliberalen bereits nächste Woche über die Ständeratswahlen diskutieren. Grundsätzlich seien für die GLP alle vier Kandidaturen ein Thema, sagt Vizepräsident Daniel Altermatt. «Doch wohl am wenigsten jene von Daniela Schneeberger.» Zumindest von der GLP darf FDP-Präsidentin Schenker also nichts erwarten. Die FDP entscheidet ihrerseits über die Listenverbindung mit der SVP am Parteitag vom 26. Juni.