Auf dem Kantonsgebiet müssen Schilder entlang von Nationalstrassen, die auf touristische Sehenswürdigkeiten hinweisen und die den Kantonseintritt signalisieren, ersetzt werden. Die heutigen Schilder entsprechen nicht mehr den Weisungen des Bundesamts für Strassen (Astra), wie die «Schweiz am Sonntag» schon berichtete. Die Auflagen des Astra sind seit drei Jahren in Kraft und sind mit bürokratischer Genauigkeit geregelt. Wie die bz weiss, betrifft es in Baselland insgesamt acht Schilder: Vier Exemplare der «Augusta Raurica»- und vier Exemplare der «Willkommen im Baselbiet»-Schilder. Sie müssen bis spätestens Mitte 2017 ersetzt werden.

Beim Erneuern dieser acht Schilder soll es jedoch nicht bleiben. Der Bund gibt zwar mit seinen Vorschriften für die Autobahnbeschilderung den Anstoss, doch im gleichen Zug will der Kanton möglichst alle touristischen Schilder auf seinen Strassen vereinheitlichen. Das bedeutet das Ende der Kirschbaumschilder, die seit 1983 an zahlreichen Orten die Menschen mit einem «Willkommen im Baselbiet» begrüssen.

Einheitliches Erscheinungsbild

Thomas Stocker, Ökonom der Volkswirtschaft- und Gesundheitsdirektion, sagt: «Es gibt rund 80 Schilder mit dem Kirschbaumsujet.» Diese sollen, wenn es nach der Regierung geht, alle ersetzt werden. «Es ist eine Chance, in diesem Prozess der aufgetragenen Neubeschilderung der Autobahnen, auch die Signalisation der Kantonsstrassen zu prüfen. Das touristische Konzept kann so über den ganzen Kanton gelegt und ein einheitlicher Auftritt sichergestellt werden», so Stocker. Wenn jetzt keine derartige Prüfung stattfände, wäre das ein Versäumnis, sagt der Ökonom.

Doch er bestätigt auch, dass das Ersetzen der Kirschbaumschilder auf Kantonsstrassen nicht zwingend ist. Ob der Schilderwald nun gerodet wird oder nicht, wird wohl für den klammen Kanton auch eine Frage des Geldes sein. Das Ersetzen der Schilder «Willkommen im Baselbiet» kostet pro Schild 330 Franken. Bei rund 80 betroffenen Exemplaren müsste der Kanton somit mit gesamthaft rund 27 000 Franken rechnen. «Dabei ist zu beachten, dass die bestehenden Halterungen wenn immer möglich wiederverwendet werden und die Montage in Eigenleistung durch Mitarbeiter des Tiefbauamts erfolgt», so Stocker.

Die Werbewirksamkeit von Strassenschildern ist unbestritten. Die politischen Grenzen sind für viele Leute heute zwar unbedeutend, nicht jedoch für Heimatverbundene. Auch der touristische Zweck ist nicht zu leugnen. Stocker rechnet auch nicht mit Widerstand aus der Bevölkerung: «Die Lösung muss jedoch breit abgestützt sein.» In der Schweiz gebe es auf Nationalstrassen bereits verschiedene realisierte Konzepte als Anschauungsbeispiele, etwa Solothurn und Aargau.

Name wird geändert

Baselland hat deshalb einen Gestaltungswettbewerb für die neuen Schilder ausgeschrieben, um seine touristische Signalisation zu erneuern. Dabei soll die Grussbotschaft wechseln: Aus «Willkommen im Baselbiet» soll «Willkommen in Baselland» werden. Stocker erklärt: «Die offizielle Bezeichnung ist ja Basel-Landschaft. Baselland ist da nahe dran und wird von auswärtigen Gästen daher besser verstanden.»