Jährlich zieht die Sehnsucht nach dem Alpenglühn Tausende in eine der 152 Hütten des Schweizer Alpen-Club (SAC). Und es werden immer mehr. Zu den Beliebtesten gehört eine der Hütten der Basler SAC Sektion Angenstein: die Lämmerenhütte. Je nach Wetter übernachten jährlich zwischen 4800 und 7800 Personen in der Hütte. Sie steht in der Gemmi-Region auf dem Gebiet von Leukerbad und ist ein guter Ausgangspunkt für Touren auf den Wildstrubel.

Doch der Platz im Haus auf 2504 Metern über Meer ist knapp und der Bau aus dem Jahr 1991 entspricht in vielerlei Hinsicht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Einige Beispiele: Die Wasserfassung im Bergbach werde bei jedem Gewitter verschüttet und soll darum ersetzt werden. Die Toiletten sollen wegen neuer Umweltvorschriften durch Trockentoiletten ersetzt werden. Der Hüttenwart braucht mehr Platz und auch sein Personal braucht ein Zimmer. Es gibt keinen Trocknungsraum, keinen Skiraum und auch keinen genügend grossen Lagerraum für Brennholz.

Die Komfortzone ausweiten

Darum soll die Lämmerenhütte bis 2017 für rund zwei Millionen Franken erweitert werden. «Der Umweltschutz ist ein ganz wesentliches Thema», erklärte Hans Zürcher, Präsident der Arbeitsgruppe, zur Optimierung der Lämmerenhütte beim SAC Angenstein am Dienstag im Wettsteinhof. Mit ihm präsentierten Sektions-Präsident Gilbert Münger und der Hüttenchef Jean-Pierre Gosteli die Erweiterungspläne.

Ein weiterer Grund neben der Funktionalität ist laut Zürcher das «grössere Komfortbedürfnis» der heutigen Bergsportgeneration: Die Liegeplätze sind mit 60 Zentimetern zu knapp bemessen und auch die vielen grossen Schlafräume sind nicht mehr gleich gefragt. «Wir haben viele Anfragen für Familienzimmer», erklärt Zürcher. In Zukunft sollen mehr kleinere Zimmer angeboten werden und die Liegeflächen sollen auf 70 Zentimeter pro Person vergrössert werden. Übernachten können aber weiterhin nur 96 Personen. «Die Anzahl Plätze wird nicht ausgebaut», sagte Zürcher.

Das Siegerprojekt «Einstimmig» von den Bürgi Schärer Architekten deckt diese neuen Bedürfnisse ab und erweitert die heutige Hütte um die fehlenden Räume, vergrössert die Küche und den Aufenthaltsraum. Dabei setzen die Architekten nicht auf spektakuläre Architektur à la Monte-Rosa-Hütte, sondern auf zurückhaltende Funktionalität und entwickelt den bestehenden Bau weiter. Das Siegerprojekt und die vier anderen Wettbewerbsprojekte sind im Wettsteinhof ausgestellt.

Finanziert werden soll der Bau durch den Hüttenfonds des SAC, durch Beiträge aus dem Lotteriefonds, Spenden und eine temporäre Erhöhung der Mitgliederbeiträge. Denn, so Münger, verschulden will sich die Sektion nicht. Als Nächstes muss die Sektion an seiner Generalversammlung im Februar den Projektierungskredit von 140'000 Franken genehmigen. Wird ein Jahr später der Baukredit gutgeheissen, beginnt der Bau im Frühling 2016.

Vier regionale Sektionen

Die SAC-Sektion Angenstein ist eine von vier SAC-Sektionen in der Region Basel. Sie besitzt neben der Lämmeren- auch die Bergseehütte. Zur Sektion Basel gehören die Schreckhornhütte und Weissmies; zu Baselland die Hütte Tierbergli. Die Sektion Hohe Winde hat keine Berghütte.

Projektausstellung im Wettsteinhof: Fr. 6., Sa. 7., So. 8.12. und Fr. 13., Sa. 14. So. 15.12. Freitags von 16 bis 20 Uhr, samstags und sonntags 10 bis 14 Uhr.