Am vergangenen Donnerstag spielten sich überraschende Szenen an der Gitterlistrasse in Liestal ab. Die sechsteilige Skulptur «Helix» wurde grob vom Pausenplatz des Schulhauses Frenke auf den benachbarten Sportplatz verschoben. Ein Anwohner beobachtete das Geschehen von seinem Fenster: «Mit einem Muldenkipper und einem Löffelbagger wurden die Skulpturen sehr unsanft angepackt.» Die Mitarbeitenden des regionalen Bauunternehmens hätten die farbenfrohen Skulpturteile an Ketten und Gurten befestigt, vom Muldenkipper auf den Boden fallen lassen, dem Boden entlanggeschleift und mit der Baggerschaufel an den richtigen Ort geschoben. Das Kunstwerk vom Basler Markus Grossenbacher und vom Sissacher Ruedi Kern ist nun übersät mit Löchern, Schleif- und Kratzspuren.

Seit der Eröffnung der Schulanlage Frenke im Jahr 1974 steht die mehrteilige Skulptur aus Beton und Metall auf dem Pausenplatz zwischen dem Schulkomplex und der Sporthalle. Aufgrund der momentanen Sanierung des Primarschulhauses musste die «Helix» weichen. Von der bz auf die Schäden aufmerksam gemacht, sagt der Liestaler Stadtverwalter Benedikt Minzer: «Die zuständige Baufirma hat im Rahmen der Baustelleninstallation die Skulpturen verschoben.» Bedauerlicherweise sei dies nicht mit der nötigen Sorgfalt ausgeführt worden. Altersbedingt habe das Kunstwerk bereits Rost und Stellen mit abgeblätterter Farbe aufgewiesen: «Durch den Transport sind aber noch weitere Schäden entstanden», so Minzer. Dies hätten aktuelle Abklärungen ergeben.

Firma wurde ermahnt

In vielen Schulhäusern im Baselbiet stehen Kunstwerke von regionalen Künstlern. Zuständig dafür ist laut Petra Schmidt, der stellvertretenden Generalsekretärin der Bildungsdirektion, das Amt für Kultur. «Dieses betreut die Werke und kümmert sich auch um den Transport, falls ein Kunstwerk vorübergehend verschoben werden muss», sagt Schmidt.

Im Falle des «Helix» beim Schulhaus Frenke war dies anders, da die Stadt nicht auf die gleichen Ressourcen wie der Kanton zugreifen könne: «Die Skulpturen haben ein derart hohes Eigengewicht, dass sie mit einem Bagger verschoben werden mussten», sagt Minzer. Eine Baufirma mit schweren Maschinen sei durchaus geeignet, einen solchen Transport vorzunehmen, weshalb man sich entschieden habe, den Auftrag dem anwesenden Bauunternehmen zu übertragen. Minzer: «Leider erfolgte die Verschiebung nicht fachgerecht.» Die Firma sei ermahnt worden und müsse den Schaden ihrer Versicherung melden.

Neun Monate lang werden die Skulpturen nun auf dem Sportplatz zwischengelagert. «Danach werden sie zu einem spezialisierten Malerbetrieb transportiert und fachgerecht restauriert», sagt Minzer. Alle alten und neuen Schäden würden dann ausgemerzt werden. Rund 20'000 Franken koste die Restauration. Die zusätzlichen, neu dazugekommenen Kratzer, Löcher und Schleifspuren seien zwar ärgerlich, «finanziell sind sie jedoch nicht gravierend», so Minzer. «Die Makel können ohne weiteres behoben werden.» Mit der Wiedereröffnung des Primarschulhauses Frenke werden die sechs Teile der «Helix» dann wieder auf dem Pausenhof platziert.