Frau Pegoraro, Sie stehen als Baudirektorin im Zwiespalt: Sie würden gern mehr Handlungsfreiraum für neue Investitionen haben, gleichzeitig sitzt Ihnen Finanzdirektor Adrian Ballmer im Nacken und zitiert Buddhas „Das Leiden kommt vom Wünschen her"...

Sabine Pegoraro: Wir haben überhaupt keine Spannungen untereinander. Wir sind zuständig für die Investitionen, müssen aber auch schauen, dass es finanzierbar ist. Wenn wir den Staatshaushalt in Ordnung bringen wollen, dann müssen wir nun mal in der Erfolgsrechnung mit den Kosten runter. Und es ist ein Irrglauben, dass Investitionen keine Auswirkungen auf die Erfolgsrechnung haben.

Sollten wir in Zeiten wie diesen also gar nicht froh sein, dass Baselland zu viel investiert, wie schon lange nicht mehr?

Investitionen sind immer etwas positives, da man ja auch einen Gegenwert dafür erhält, etwas wieder zurückkommt. Die wenigsten Dinge finanzieren sich allerdings von selbst.

Es stört Sie also nicht, wenn Adrian Ballmer oft mit den Augen rollt, wenn Sie beginnen von den wünschenswerten Investitionen zu sprechen?

Nein überhaupt nicht und das weiss er auch. Die ganze Regierung steht hinter dem Sparpaket, sie steht aber auch hinter dem Investitionsprogramm. Eventuelle Sprüche untereinander sind eher neckisch zu verstehen.

Gleichwohl hätten Sie gerne mehr Handlungsspielraum. Das ist doch momentan illusorisch.

Ja zur Zeit ist es illusorisch, da wir einer klaren Priorisierung folgen. Zuerst die begonnenen Projekte, dann die werterhaltenden, die gebührenfinanzierten, die vertraglich gebundenen wie Uni und FHNW sowie zuletzt die neuen Projekte. Gerade dort hätte ich natürlich gerne mehr Spielraum, da es staut. Mir fällt da etwa das Kantonsgerichtsgebäude ein, das schon lange ansteht. Letztlich ist es immer eine Jongliererei.

Verhindert auch die Defizitbremse in der Erfolgsrechnung mehr Investitionen?

Ohne eine solche Bremse läuft man Gefahr, mehr Schulden zu machen. Andere Kantone machen das. Das ist eine Frage der jeweiligen Finanzpolitik. Wir finden aber man sollte auch auf die nächste Generation Rücksicht nehmen und ihr keinen Schuldenberg hinterlassen.

Heisst das Sie wären nicht lieber Baudirektorin im Aargau?

(lacht) Also Peter Beyeler kämpft mit den gleichen Problemen wie ich. Er weiss auch, dass es nicht gut ist, sich hoch zu verschulden, weil man dann die Kosten über Jahre verzinsen muss. Ist man vorsichtiger, müssen Projekte warten und wieder gibt es Unzufriedene. Es ist die Quadratur des Kreises.