Der Basellandschaftliche Kantonalschwingerverband beabsichtigt, das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2022 auf dem Aescher Feld durchzuführen. Dass die Veranstaltung stattfindet, wird jedoch immer unwahrscheinlicher. Betroffene Bauern wehren sich gegen den Sportanlass auf ihrem Boden. Die Landwirte von Reinach und Aesch hätten einstimmig beschlossen, «dass ihr Land für diesen Anlass nicht zur Verfügung steht», heisst es in einem Schreiben vom Dienstag. Absender ist Ueli Siegenthaler, einer der betroffenen Bauern. Begründet wird der ablehnende Bescheid damit, dass der vorgesehene Standort «höchst ungeeignet» sei. Der Schaden für das landwirtschaftlich genutzte Land übersteige den Nutzen bei Weitem.

Das Wort der Landwirte hat Gewicht. Sie schreiben: «Das bäuerliche Bodenrecht überträgt den Landwirten in dieser Frage – unabhängig vom allenfalls abweichenden Grundeigentum – die abschliessende Verfügungsgewalt.» Demzufolge könnten die Reinacher und Aescher Bauern das «Eidgenössische» in der Ebene zwischen den beiden Gemeinden verhindern. Der Entscheid der Bauern fiel gemäss der Mitteilung bereits am 2. Juni.

Petition lanciert

Erst vor zwei Wochen haben Umweltschützer eine Unterschriftensammlung gegen den grössten Sportanlass der Schweiz auf Aescher Boden lanciert. Auch die BDP Baselland sprach sich gegen den Anlass aus und empfahl aus Ausweich-Standort den St. Jakob-Park.

Der Basellandschaftliche Kantonalschwingerverband weiss um die kritische Haltung der Landwirte. Er versuchte, die Bedenken zu zerstreuen, in dem er vorschlug, das mobile Stadion weiter in Richtung Süden zu verlegen. Es würde dann im Gebiet Sportplatz Löhrenacker errichtet. Weiterhin würde eine Fläche von gegen hundert Fussballfeldern belegt.

Machbarkeitsstudie kurz vor Abschluss

Die Kantonalschwinger haben bisher auf die Resultate einer Machbarkeitsstudie verwiesen. Deren Publikation wird Ende Oktober oder Anfang November erwartet. Sie soll die Realisierungschancen des Fests auf dem Aescher Feld ermitteln.

Anders als die betroffenen Bauern und Umweltschützer steht die Baselbieter Regierung dem Standort Aescher Feld wohlwollend gegenüber. Ende August lud Regierungsrätin Monica Gschwind Vertreter der Schwinger und von Umweltschutz-Organisationen zu einem runden Tisch nach Liestal. Laut Umweltschützern, die am Anlass teilnahmen, konnten ihre Zweifel jedoch nicht ausgeräumt werden.