Der Spielplatz Blauen in Bottmingen ist am Samstagmorgen neu eröffnet worden. Er ist der erste barrierefreie Spielplatz im Baselbiet. Damit handelt es sich um den dritten «Spielplatz für alle» in der Region. Der erste dieser Art eröffnete bereits im Sommer 2012 in Riehen auf der Wettsteinanlage und ein weiterer im vergangenen Frühjahr in den Langen Erlen. Der Spielplatz in Bottmingen wurde so geplant und gebaut, dass ihn sowohl Kinder als auch erwachsene Begleitpersonen mit einer Beeinträchtigung nutzen können. Sämtliche Zugänge sowie das gesamte Wegnetz innerhalb der Anlage sind hindernisfrei.

Projekt kostete 350 000 Franken

Die Kosten für den Spielplatz beliefen auf rund 350 000 Franken, davon steuerte die Stiftung Denk an mich mit 42 000 Franken einen namhaften Betrag bei. Die Stiftung engagiert sich für Menschen mit Behinderung und setzt sich dafür ein, dass Berührungsängste abgebaut werden und diese Menschen selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Dies soll auch mit dem barrierefreien Spielplatz erreicht werden. «Menschen mit und ohne Behinderung sollen zusammen eine Gesellschaft gestalten können», sagte Patrick Huber von der der Stiftung Denk an mich gegenüber der bz. «Beim Bau des Spielplatzes wurde darauf geachtet, dass auf Anhieb nicht erkennbar ist, dass er speziell ist. Es sind die kleinen Details wie zum Beispiel der Boden.» Dieser sei dank der Holzschnipsel mit einem Rollstuhl befahrbar. Bei Kies wäre dies nicht der Fall, da der Rollstuhl versinken würde. Das sei schon mal das Wichtigste, dass alles einwandfrei zugänglich sei, meinte Huber weiter.

Des Weiteren hat es kleine Häuschen, die ebenfalls mit dem Rollstuhl befahrbar sind, oder eine Nestschaukel, in der man liegen kann, wenn einem zum Beispiel die Rückenmuskulatur zum Sitzen fehlt. Die Materialien seien die gleichen wie bei normalen Spielplätzen. Grund dafür: «Wenn man behindertengerecht hört, hat man immer das Gefühl, dass etwas ganz speziell sein muss. Man kann aber mit ‹Design for all› sehr viele Sachen erreichen, die man nicht auf den ersten Blick sieht, sich dabei aber gut überlegt hat, weshalb man es so gebaut hat», erklärt Patrick Huber. Es sei so, dass die Kinder in der Sozialisierungsphase keine Unterschiede zwischen ethnischer Herkunft machten, aber auch nicht, ob jemand eine Behinderung habe oder nicht. Wenn sich Kinder an einem Ort kennenlernten, der für alle konzipiert sei, baue es die Hürden von Anfang an in den Köpfen aller Leute ab, sagt Huber.

Alter Spielplatz war baufällig

Auf dem Gelände sei auch schon vorher ein Spielplatz gewesen, ein sehr einfacher mit wenigen Spielgeräten, führte der Bottminger Gemeinderat Remo Muchenberger aus. «Die Geräte kamen in ein Alter, in welchem sie nicht mehr so bespielt werden konnten. Erstens hatte dieser Spielplatz Ersatzbedarf. Zweitens ist er an einen Doppelkindergarten gebaut, also wird er sicher von vielen Kindern benutzt.»

Die neuen Geräte sind individuell gestaltet und dem Terrain angepasst worden. Es sind keine ab Stange, ausser einer Rutschbahn. Mit den Bauarbeiten wurde Ende vergangenen Sommer begonnen. Sie waren schon etwas länger fertig, doch wegen der Vegetation musste man warten, bis es ein bisschen wärmer wurde. Der Spielplatz komme bei den Leuten gut an, sagt Muchenberger: «Es ist erfreulich, wie gut der Spielplatz von der Bevölkerung aufgenommen wird. Es gibt praktisch keine negativen Rückmeldungen, auch wenn er ein bisschen Geld gekostet hat.»