«Jeder kann sich heute im Gebäude frei bewegen», erklärt Kantonsarchitekt Thomas Jung die Notwendigkeit der Sicherheitsmassnahmen: «Im sechsten Stock arbeitet Frau Pegoraro – vom Eingangsbereich in den Lift, und schon steht man in ihrem Büro.»

Das rund 40 Jahre alte Hauptgebäude der Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) in der Rheinstrasse 29 in Liestal ist nicht nur in die Jahre gekommen, sondern genügt als rationelles Bürogebäude auch nicht mehr den heutigen Anforderungen an ein Amt mit Kundenverkehr. Deshalb soll die Neugestaltung des Eingangsbereiches die Besucher lenken und vom nicht-öffentlichen Bereich abtrennen.

Dabei, betont Jung, gebe es keinen speziellen Anlass, die Bau- und Umweltschutzdirektorin in akuter Gefahr zu wähnen. Sorgen müssen sich eher die Mitarbeiter des Bauinspektorats machen, die laut Amtsleiter Andreas Weis durchaus immer wieder «heftig kritisiert und bedroht» werden: «Es gibt erboste Kundschaft, die nicht einverstanden ist mit unseren Entscheidungen.»

Reaktion auf das Attentat von Zug

Die physische Trennung von öffentlichem und nicht-öffentlichem Bereich sei deshalb eine präventive Massnahme, die seit dem Attentat von Zug 2001 in vielen Verwaltungsgebäuden, auch auf kommunaler Ebene, umgesetzt worden seien. «Wir folgen dem Konzept, das wir bereits bei anderen Direktionen umgesetzt haben: Die Besucher melden sich an, werden empfangen und zu den öffentlichen Sitzungsräumen geführt.»

Entsprechend soll im Eingangsbereich der BUD das bisherige Sitzungszimmer auf drei erweitert werden. Ausserdem sind ein Vordach und ein neuer Windfang vorgesehen. Der Zutritt zum nicht-öffentlichen Bürobereich soll durch eine elektronisch gesteuerte Schleuse erfolgen.

Die veranschlagten Kosten für diesen Umbau inklusive anderer Massnahmen wie Brandschutzsanierungen liegen bei 1,5 Millionen Franken, die vom Regierungsrat gesprochen werden müssen.

Die jetzigen Baupläne gingen im vergangenen Jahr aus einem Architektenwettbewerb als Sieger hervor. Sie wurden den BUD-Mitarbeitern bereits im Dezember in einer Ausstellung präsentiert. Der Neubau soll gleichzeitig mit der dringend notwendigen Sanierung der Toiletten ausgeführt werden. Die Entscheidung über den tatsächlichen Umfang der Massnahmen wird aber erst Ende August fallen.

Generalsanierung ab 2020

In dem Gebäude steht laut Jung auch bald eine Generalsanierung an: «Ich weiss nicht, ob noch Schadstoffe wie Asbest verbaut sind, aber allein wegen der fehlenden Wärmedämmung ist eine Sanierung dringend nötig.» Die Generalsanierung werde frühestens 2020 beginnen, wenn der Umzug in die neuen Verwaltungsgebäude am Bahnhof vollzogen sei».