Sechs Mitglieder der Basler Witschaftskammer, genauer zwei Gewerbevereine und vier Berufsverbände, lehnen sich gegen das Vorgehen auf, wie Hans Rudolf Gysin, seine Nachfolge als Direktor regelt.

Am 22.September wurde der Wirtschaftsrat darüber informiert, dass die Findungskommission Christoph Buser zum neuen Direktor der Wirtschaftskammer Baselland und damit zum Nachfolger Gysins vorschlägt. Keinen Monat später, am 19.Oktober, soll der designierte Nachfolger von der Delegiertenversammlung im Haus der Wirtschaft ins Amt gehievt werden.

«Es geht ums Prinzip»

Das gehe nicht, wehren sich nun die sechs aufbegehrenden Verbände, wie die Zeitung «DerSonntag» gestern schrieb. «Wir sind nicht gegen Christoph Buser», stellt Matthias Ritter aus Diegten, der Präsident des Verbandes Dach und Wand Baselland, klar. Buser sei als FDP-Landrat politisch sehr gut vernetzt. «Es geht uns aber ums Prinzip», so Ritter.

Ritter verlangt mehr Zeit, um sich ein Bild des vorgeschlagenen Gysin-Nachfolgers zu machen und um die Meinung seiner Verbandsmitglieder einzuholen. «Unsere Mitglieder kennen Buser noch nicht», sagt er. Ritter verlangt deshalb, dass Gysin den Mitgliedverbänden mehr Zeit zugesteht angesichts «der Wichtigkeit der Traktanden», wie sich die Verbände in ihren wortgleichen Protestbriefen ausdrücken.

Aussprache um 11 Uhr

Heute um 11 Uhr findet nun eine Aussprache zwischen den aufbegehrenden Verbänden und der Wirtschaftskammer im Haus der Wirtschaft statt. Gysin wehrt sich entschieden gegen den Vorwurf, quasi im Alleingang seinen Nachfolger bestimmt zu haben. «Das ist nicht die Aufgabe des Direktors», sagt er, «ich habe den entscheidenden Leuten einzig den Rat erteilt, meinen Nachfolger aus der aktuellen Geschäftsleitung zu wählen.»

Für ihn wären also auch zwei andere viel genannte Favoriten infrage gekommen: der jetzige Vizedirektor Markus Meier und der Lehrstellenförderer Urs Berger. Der Erste gehört der SVP an, der Zweite sass bis zum Sommer für die CVP im Landrat. Dass Buser immer noch für die FDP im Kantonsparlament sitzt, zählt sicher zu seinen Vorteilen. «Weniger das Parteibüchlein als vielmehr das Mandat», präzisiert Gysin, der durchaus auch mit einem Nachfolger aus einer anderen Partei hätte leben können. (rsn)