Durch eine Sanitätsnotrufzentrale beider Basel (SNZbB) erhöht sich die Versorgungsqualität in der Region, wie die Verantwortlichen am Freitag vor den Medien in Basel sagten. Zudem werden die Kosten pro Einsatz für beide Partner günstiger.

Durch eine bessere Koordination liessen sich künftig etwa Leerfahrten bei Krankentransporten vermeiden. Damit seien Rettungswagen schneller wieder verfügbar und die Hilfsfristen verkürzten sich.

Eine Absichtserklärung für eine SNZbB hatten das Kantonsspital Baselland (KSBL) und die Sanität Basel im vergangenen Sommer unterzeichnet. Die gemeinsame Zentrale sei ein weiteres Puzzleteil in der Zusammenarbeit zwischen den beiden Kantonen, sagte der Basler Sicherheits- und Justizdirektor Baschi Dürr.

Die Zusammenarbeit soll mindestens fünf Jahre dauern. Sie umfasst die Entgegennahme der Notrufe sowie die Disposition der Einsatzmittel. Weiterhin haben beide Organisationen eigene Rettungssanitäter und einen eigenen Fahrzeugpark. Bei der Durchführung der Einsätze, die im Baselbiet auch durch Drittorganisationen erfolgt, ändert sich nichts.

3 Millionen Franken Kosten

Auf der SNZbB, die bei der Sanität Basel untergebracht wird, sollen am Tag drei und in der Nacht zwei Disponenten im Einsatz stehen. Heute sind in Basel rund um die Uhr zwei Personen im Einsatz. Beim KSBL ist es eine, was nicht mehr vollumfänglich den Vorgaben des Interverbandes für Rettungswesen entspreche.

Insgesamt kostet der Betrieb der SNZbB rund 3 Millionen Franken pro Jahr. Das sind 650'000 Franken mehr als die heutige Notrufzentrale der Sanität Basel, was in erster Linie auf eine Aufstockung von 13,5 auf 17,2 Vollzeitstellen zurückzuführen ist. Diese Mehrkosten hat die Basler Regierung dem Grossen Rat beantragt.

Gemäss einer Modellrechnung sollen sich für Basel-Stadt indes insgesamt Entlastungen von rund 390'000 Franken ergeben. Die Kosten pro Einsatz sinken in Basel-Stadt von 122 auf 102,83 Franken. Eingerechnet ist zudem der Finanzierungsanteil des KSBL, das jeden Notruf mit den Vollkosten abgilt. Bei jährlich rund 10'100 Einsätzen sind dies rund 1,04 Millionen Franken pro Jahr.

Keine Entlassungen geplant

Für das KSBL ergeben sich in erster Linie bei den Personalkosten Einsparungen, wie der Leiter Strategie und Projekte Michel Rolaz sagte. Genauer beziffern wollte er diese indes nicht. Die Zusammenlegung sei für das KSBL ein unternehmerischer Entscheid.

Die Notrufzentrale des KSBL wird derzeit mit 800 Stellenprozent betrieben. Entlassungen seien keine geplant. Ein Teil der Disponentinnen und Disponenten soll von der Sanität Basel angestellt werden. Die betroffenen Personen sind gemäss Rolaz zudem alle auch auf Sanitätsfahrzeugen im Einsatz.

Weitere Entlastungen ergeben sich mit der SNZbB bei den Investitionen. Zudem werde eine Zusammenarbeit in weiteren Bereichen geprüft, dies etwa bei Beschaffung, Weiterbildung, Führungsaufgaben oder Personalaushilfen.

Sanität Basel schon heute in Baselland tätig

Die Sanität Basel ist schon heute nicht nur für den Kanton Basel-Stadt zuständig. Vielmehr nimmt sie auch für die Baselbieter Bezirke Laufental und Arlesheim die Notrufe entgegen. Für einen Teil der Gemeinden im Bezirk Arlesheim obliegt der Basler Sanität auch die Disposition und Ausführung der Rettungseinsätze.

Die Notrufzentrale des KSBL deckt dagegen nur einen Teil des Kantons ab. Neben dem oberen Baselbiet handelt es sich um den Raum Liestal/Pratteln. Zusammen decken beiden Organisationen pro Jahr rund 30'000 Einsätze ab.