Heute Donnerstag wird die landrätliche Bau- und Planungskommission zum dritten Mal über die Zukunft der Waldenburgerbahn (WB) diskutieren. Sie will prüfen, ob die Bahn allenfalls durch einen Busbetrieb ersetzt werden soll. Dies, nachdem der Bottminger SVP-Landrat Hanspeter Weibel Ende Oktober einen entsprechenden Vorschlag salonfähig gemacht hat. Bei Weibels Variante könnte die für die Identität des Waldenburgertals wichtige Dampfbahn erhalten bleiben.

Ausschlaggebend für die Diskussion um das Waldenburgerli war eigentlich der Antrag der Baselbieter Regierung von Ende September, die Spurweite von 75 Zentimeter auf einen Meter zu erweitern. Da der Unterhalt der exotischen Schmalspur immer schwieriger wird und sowohl Schienennetz als auch Rollmaterial sowieso erneuert werden müssen, könnte man laut Regierung mit der Umspurung Mehrkosten sparen. Dies hätte aber zur Folge, dass die historische Dampfbahn nicht mehr auf den Gleisen verkehren könnte. Spätestens im Dezember entscheidet der Landrat über die Regierungsvorlage.

Fast 2 Millionen Passagiere

Die Strecke der Waldenburgerbahn zwischen Liestal und Waldenburg ist 13 Kilometer lang. Im vergangenen Jahr beförderte die WB 1.86 Millionen Passagiere. Die Erneuerungsinvestitionen werden auf rund 270 Millionen Franken geschätzt.

In einer Umfrage wollte die bz wissen, ob die Bevölkerung im Waldenburgertal Bus oder Bahn bevorzugt und wie sehr sie am historischen Dampfzug hängt.

«Das Waldenburgerli muss bleiben. Die Bahn ist ein Stück Geschichte und gehört zum Tal. Sollte darüber abgestimmt werden, wäre es das erste Mal, dass ich abstimmen gehe. Ich bin in Oberdorf aufgewachsen und habe viele Erinnerungen an die «Cremeschnitte», wie wir die WB immer nannten. Noch heute hauen mich alte Kollegen an und fragen: Weisst du noch damals in der WB? Früher durfte man in den Wagen noch rauchen. Damals reservierten wir Jungen sozusagen den Raucherwagen für uns und die älteren Passagiere respektierten dies. Allerdings gab es leider auch junge Leute, die randalierten. Die Sonnenstoren, von denen heute nur noch die Vorrichtungen erhalten sind, wurden immer wieder zerschnitten oder angezündet. Das Waldenburgerli würden viele Menschen sehr schnell vermissen. Auf Busbetrieb umstellen wäre Bullshit. Zu Stosszeiten, wenn die WB mit vier Wagen fährt, müssten als Ersatz auch mehrere Busse gleichzeitig fahren und diese wären trotzdem noch total überfüllt. Da geht die Rechnung nicht auf. Mein Onkel ist übrigens der «Seiler Hans». Wer früher oft im Waldenburgerli gefahren ist, kennt ihn. Zudem gibt es in einem bestimmten Wagen noch ein Bild, auf dem ich als Primarschüler posiere. Das sehe ich immer wieder gerne.»

Markus Seiler aus Oberdorf

«Das Waldenburgerli muss bleiben. Die Bahn ist ein Stück Geschichte und gehört zum Tal. Sollte darüber abgestimmt werden, wäre es das erste Mal, dass ich abstimmen gehe. Ich bin in Oberdorf aufgewachsen und habe viele Erinnerungen an die «Cremeschnitte», wie wir die WB immer nannten. Noch heute hauen mich alte Kollegen an und fragen: Weisst du noch damals in der WB? Früher durfte man in den Wagen noch rauchen. Damals reservierten wir Jungen sozusagen den Raucherwagen für uns und die älteren Passagiere respektierten dies. Allerdings gab es leider auch junge Leute, die randalierten. Die Sonnenstoren, von denen heute nur noch die Vorrichtungen erhalten sind, wurden immer wieder zerschnitten oder angezündet. Das Waldenburgerli würden viele Menschen sehr schnell vermissen. Auf Busbetrieb umstellen wäre Bullshit. Zu Stosszeiten, wenn die WB mit vier Wagen fährt, müssten als Ersatz auch mehrere Busse gleichzeitig fahren und diese wären trotzdem noch total überfüllt. Da geht die Rechnung nicht auf. Mein Onkel ist übrigens der «Seiler Hans». Wer früher oft im Waldenburgerli gefahren ist, kennt ihn. Zudem gibt es in einem bestimmten Wagen noch ein Bild, auf dem ich als Primarschüler posiere. Das sehe ich immer wieder gerne.»

«Ich fahre täglich mit der Waldenburgerbahn. Für mich ist wesentlich, dass meine Fahrt in Zukunft nicht verlängert wird. Ob mit Bus oder Bahn, ist nebensächlich. Ich muss allerdings sagen: Der Komfort in der Bahn ist beschränkt. Ich bin gross gewachsen und habe bei hoher Auslastung der Bahn zu wenig Platz auf den Sitzplätzen. In Bezug auf die Schule ist es selbstverständlich, dass der pünktliche Beginn des Unterrichts gewährleistet bleiben muss. Ich glaube aber, dass man dies auch mit Bussen planen kann, vorausgesetzt es gibt keine Baustellen auf den Strassen.»

Olivier Grossenbacher, Rektor Sek Waldenburgertal

«Ich fahre täglich mit der Waldenburgerbahn. Für mich ist wesentlich, dass meine Fahrt in Zukunft nicht verlängert wird. Ob mit Bus oder Bahn, ist nebensächlich. Ich muss allerdings sagen: Der Komfort in der Bahn ist beschränkt. Ich bin gross gewachsen und habe bei hoher Auslastung der Bahn zu wenig Platz auf den Sitzplätzen. In Bezug auf die Schule ist es selbstverständlich, dass der pünktliche Beginn des Unterrichts gewährleistet bleiben muss. Ich glaube aber, dass man dies auch mit Bussen planen kann, vorausgesetzt es gibt keine Baustellen auf den Strassen.»

«Die WB soll bleiben, wie sie ist. Den Bus können nur die Leute verlangen, die nicht im Waldenburgertal wohnen. Die Umstellung auf Busbetrieb würde zu massivem Stau führen. Der einzige Vorteil einer Umspurung wäre der Anschluss ans öffentliche Netz.»

Ewald Fartek, Gemeindepräsident Oberdorf

«Die WB soll bleiben, wie sie ist. Den Bus können nur die Leute verlangen, die nicht im Waldenburgertal wohnen. Die Umstellung auf Busbetrieb würde zu massivem Stau führen. Der einzige Vorteil einer Umspurung wäre der Anschluss ans öffentliche Netz.»

«Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Busse das leisten können. Zudem bietet die WB den besseren Komfort. Jetzt wäre es ein guter Zeitpunkt, die Einmeterspur einzuführen, da man jetzt auf Fabi-Gelder zurückgreifen könnte. Immer wenn die Dampfbahn vorbeifährt, schaue ich mit den Kindern.»

Andrea Heger, Landrätin aus Hölstein

«Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Busse das leisten können. Zudem bietet die WB den besseren Komfort. Jetzt wäre es ein guter Zeitpunkt, die Einmeterspur einzuführen, da man jetzt auf Fabi-Gelder zurückgreifen könnte. Immer wenn die Dampfbahn vorbeifährt, schaue ich mit den Kindern.»

«Wenn man will, dass das Oberbaselbiet ausstirbt, weil niemand mehr herkommt, muss man den Busbetrieb einführen. Die Meterspur lässt für die Zukunft mehr Möglichkeiten offen, etwa, dass man irgendwann von Basel bis Waldenburg sitzen bleiben kann. Ich nutze den öV aber fast nie.»

Thomas Tschopp, Geschäftsführer Rero AG

«Wenn man will, dass das Oberbaselbiet ausstirbt, weil niemand mehr herkommt, muss man den Busbetrieb einführen. Die Meterspur lässt für die Zukunft mehr Möglichkeiten offen, etwa, dass man irgendwann von Basel bis Waldenburg sitzen bleiben kann. Ich nutze den öV aber fast nie.»

«Ich bin klar für die Bahn. Eine Konsequenz bei Busbetrieb wäre, dass die Bevölkerung auf das Auto umsteigt. Warum aber redet niemand über eine dritte Spur? Ich bin Laie, aber das halte ich für die beste Lösung. Man muss solche Entscheidungen mit Weitblick fällen.»

Hector Herzig, Gemeindepräsident Langenbruck

«Ich bin klar für die Bahn. Eine Konsequenz bei Busbetrieb wäre, dass die Bevölkerung auf das Auto umsteigt. Warum aber redet niemand über eine dritte Spur? Ich bin Laie, aber das halte ich für die beste Lösung. Man muss solche Entscheidungen mit Weitblick fällen.»

«Auf keinen Fall darf der Busbetrieb eingeführt werden. Das Tal sollte ja belebt werden, dafür braucht es einen gut funktionierenden öV. Mein Herz schlägt für die Schmalspurbahn, es wäre aber vernünftig, die Spur zu verbreitern. Bis 1954 bin ich noch mit der Dampfbahngefahren.»

Anna Barbara Giertz aus Hölstein

«Auf keinen Fall darf der Busbetrieb eingeführt werden. Das Tal sollte ja belebt werden, dafür braucht es einen gut funktionierenden öV. Mein Herz schlägt für die Schmalspurbahn, es wäre aber vernünftig, die Spur zu verbreitern. Bis 1954 bin ich noch mit der Dampfbahngefahren.»