Mit der Kürzung des Globalbudgets öffentlicher Verkehr um 120000 Franken, dem baselstädtischen Anteil an der neuen Buslinie 48, sorgte der Grosse Rat im Dezember 2009 für rote Köpfe im Baselbiet.

Die Allschwiler, die lange auf eine umsteigefreie Verbindung zum Bahnhof SBB gewartet hatten, verstanden die Welt nicht mehr. Schnell stellte sich heraus, dass die Suppe nicht so heiss gegessen würde, wie sie gekocht worden war. Der Bus fuhr weiter, und er wird mindestens ein weiteres Jahr fahren.

Den neuen Bus via Kürzung des Globalbudgets für den öffentlichen Verkehr (öV) zu stoppen, wäre rein formell gar nicht möglich gewesen. «Es ging darum, ein Zeichen zu setzen», sagt Michael Wüthrich, Präsident der Kommission für Umwelt, Verkehr und Energie (Uvek) des Grossen Rates, ein knappes Jahr später.

Ein Bus genüge nicht, um ein Gebiet mit mehreren tausend Arbeitsplätzen zu erschliessen und die Leute zum Umsteigen auf den öV zu bewegen. An dieser Ausgangslage hat sich nichts geändert. «Ein Tram ist leider nicht in Sicht», sagt Wüthrich.

Der Ball liegt beim Baselbiet

Weil es um eine Erweiterung auf Baselbieter Boden geht, liegt der Ball beim Landkanton. Es gebe viele neue Ideen für Tramverbindungen in Allschwil, sagt Markus Meisinger, Leiter der Abteilung für Öffentlichen Verkehr im Baselbieter Amt für Raumplanung, auf Anfrage. «Dies sind aber lediglich Ideen, die nun näher geprüft werden.

Eine neue Tramstrecke könnte im besten Fall in etwa zehn Jahren realisiert sein.» Unter dem Eindruck, dass es im Baselbiet nicht so richtig vorwärtsgeht, könnte die Buslinie 48 durchaus erneut für Diskussionen sorgen, wenn der Grosse Rat im Dezember das öV-Globalbudget 2011 und das öV-Programm 2010–2013 beraten wird.

Viele Ideen gab es nämlich schon einmal: Zwischen 2001 und 2003 hatte die Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Baselland abklären lassen, ob und wie die öV-Erschliessung von Allschwil und Schönenbuch verbessert werden kann.

Dabei ging es auch um die direkte Anbindung von Allschwil an den Bahnhof SBB. Eine Studie des Zürcher Planungsbüros Jud AG und des Basler Ingenieurbüros Gnehm Schäfer AG listete mehrere Varianten auf.

Schon damals habe man mit der Entwicklung im linksufrigen Bachgrabengebiet gerechnet, sagte Jens Bornand, Verfasser der Studie, an einem Podium im April. Weiterverfolgt wurde dann aber die Variante einer Verlängerung der Tramlinie 8 via Binningerstrasse zum Dorfplatz.

Dieses Ergebnis, das die damalige Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektorin Elsbeth Schneider in Allschwil vorstellte, löste in Allschwil keine Begeisterung aus, im Gegenteil.

Die Lösung bringe Neuallschwil keine Verbesserung und könnte den historischen Dorfkern beeinträchtigen, lautete die Kritik. Vom linksufrigen Bachgrabengebiet hingegen war nicht die Rede. Dieses verfügte seit 2000 mit der Verlängerung der Buslinie 38 von der bisherigen Endstation Gartenbad Bachgraben via Hegenheimermattweg nach Allschwil Dorf über einen öV-Anschluss.

Zukunft ist ungewiss

Es folgte im Dezember 2005 die Verlängerung der Buslinie 33 nach Schönenbuch, und bei einer Studie des Büros Rudolf Keller & Partner von 2007 standen kurzfristig realisierbare Lösungen für das boomende Gewerbegebiet links des Bachgrabens im Vordergrund. Das Resultat: die neue Buslinie 48, die seit dem 13. Dezember an den Werktagen jeweils morgens und abends fährt.

Ob und wie es nach dem Fahrplanwechsel im Dezember 2011 weitergehen soll, werde die Paritätische Kommission BVB/BLT in den nächsten Monaten klären, teilt Markus Meisinger mit. «Wir hoffen, dass die Linie weiter bestehen kann.»