Am Samstag hätte im renommierten Prattler Konzertclub Z7 ein Benefiz-Festival für Flüchtlinge über die Bühne gehen sollen. Die Einnahmen der Veranstaltung wären vollumfänglich gemeinnützigen Organisationen zugutegekommen.

Doch die Verstärker bleiben ausgeschaltet und in der grossen Halle werden keine Gitarrenklänge zu hören sein. Die Betreiber haben beschlossen, das sogenannte «Maul Auf-Festival» nicht durchzuführen.

Angesprochen auf die Gründe für die Absage wirkt Gründer und Inhaber Norbert Mandel ein wenig konsterniert. «Wir konnten in den vergangenen sechs Wochen lediglich vier Tickets verkaufen», teilt er mit. Das sei, angesichts eines Fassungsvermögens von 1600 Besuchern, verschwindend wenig.

«Ausserdem haben sich, abgesehen von einer in Szenekreisen bekannten Metalcombo aus dem Kanton Schwyz, ausschliesslich unbekannte Nachwuchsbands beworben.» Ihn habe der Mut verlassen und er habe deshalb vor vier Tagen schweren Herzens entschieden, einen Rückzieher zu machen, gibt Mandel unumwunden zu.

Zuvor hatte er aus allen 92 eingegangenen Bewerbungen rund zehn Bands ausgewählt. Diese Liste liege aber seit Wochen bei ihm auf dem Schreibtisch – wo sie auch bleiben wird. Denn um ein erfolgreiches Festival auf die Beine zu stellen, «hätten gestandene Gruppen auftreten müssen, die etwas zur Flüchtlingsthematik zu sagen haben», erklärt er. «Da nützen mir Nachwuchsbands – auch wenn ich ihnen gerne eine Plattform geboten hätte – leider nichts.»

Vielleicht wäre es schlauer gewesen, Lukas Bärfuss oder Endo Anaconda einzuladen, meint er mit einem Hauch von Zynismus in der Stimme. Dann hätte sich sicher mehr Publikum angekündigt.

Trotz der erwarteten geringen Zuschauerzahl betont der Konzertveranstalter, dass es ihm beim Benefiz-Festival von Anfang an nicht darum gegangen sei, Geld zu verdienen. «Wir wollten den Mund aufmachen und zeigen, dass uns die Flüchtlingskrise nicht kalt lässt.» Nur gehe das mit so wenigen Besuchern einfach nicht, meint er. Das geringe Interesse des Publikums ist in seinen Augen eine Erscheinung unserer Zeit. «Heute geht es nur noch um Konsum.» (hof)