Der Konzertclub Z7 ist in Europa eine der ersten Adressen, wenn’s um harte Rockmusik geht. In der renommierten Lokalität spielen mehrmals pro Woche bekannte Gruppen, die Zuhörer aus der ganzen Schweiz und dem angrenzenden Ausland anlocken. Aber auch Besucher aus der Region pilgern ins Prattler Industriegebiet, um ihre Lieblinge auf der Bühne zu sehen.

Laut dem Geschäftsführer Norbert Mandel könnte damit schon bald Schluss sein. Der langjährige Besitzer sieht seine Konzertfabrik durch den geplanten Bau eines Baumarkts in unmittelbarer Nähe bedroht. Neben diesem könne das Lokal nicht mehr existieren, ist er überzeugt. Er habe lange Zeit an eine Koexistenz geglaubt, musste die Idee aber begraben, als er die Baupläne sah.

Fasst Umzug ins Auge

Besonders stört sich Mandel an den Lastwagen und Autos, die auf dem Weg zum Baumarkt die Kraftwerkstrasse passieren würden, an der das Z7 liegt. «Für unsere Besucher gehört die Strasse einfach dazu», sagt er. Dort würden sich die Konzertgänger vor den Auftritten sammeln. Das wäre nicht mehr gefahrlos möglich. Auftritte unter freiem Himmel, wie sie jeden Sommer stattfinden, könnten man dann ebenfalls nicht mehr veranstalten.

Im Falle der Realisierung des Baumarkts überlegt sich der Geschäftsführer, seinen Club an einen anderen Standort in Pratteln zu verlegen. Doch auch ein Umzug in den Aargau oder über die Landesgrenze nach Baden-Württemberg seien momentan Optionen. Für Letzteres treffe zurzeit sein Sohn bereits Vorkehrungen.

«Am liebsten möchten wir natürlich in unseren jetzigen Räumen bleiben», erklärt Mandel, dem es immer wieder gelingt, musikalische Hochkaräter ins Baselbiet zu holen. Der Baumarkt müsse nicht direkt neben seiner Konzertfabrik gebaut werden, gibt er zu bedenken. Im Gebiet Salina Raurica auf der anderen Seite der Autobahn habe es schliesslich genügend Platz.

Der Nutzungskonflikt bringt zudem ein Problem ans Tageslicht, über das sich der Club schon seit Jahren beklagt. «Die Parkplatzsituation in der Umgebung ist unzureichend», findet der Besitzer. Seine Lokalität habe nicht einen einzigen vertraglich geregelten Parkplatz. Deshalb würden die Besucher ihre Fahrzeuge rund um den Club auf jedem freien Plätzchen parkieren. Mandel erklärt, dass er schon lange um Parkplätze kämpfe, bisher aber immer wieder übergangen worden sei. Gemeindepräsident Beat Stingelin bezweifelt hingegen, dass sich der Betreiber ernsthaft um Parkiermöglichkeiten bemüht habe. In der Umgebung des Clubs gebe es viele Einkaufscenter, die man anfragen könnte. Es sei schade, dass Mandel der Gemeinde die Schuld für die schlechte Parksituation gebe. «Ich sehe nicht ein, wieso Pratteln dem Z7 Parkplätze zur Verfügung stellen soll».

Einsprache geplant

Stingelin, der durchaus stolz auf das bedeutende Lokal ist, betont, die Gemeinde sei dem Konzertclub in der Vergangenheit wiederholt bei Bewilligungen entgegengekommen. Er gibt zu, dass die Entwicklung von Salina Raurica und der Ausbau des Areals Grüssen für den Club mit Herausforderungen verbunden sind. Vor allem wegen der Kraftwerkstrasse, die doppelspurig ausgebaut wird.

Der Quartierplan für den Bau des Baumarkts, passierte bereits den Einwohnerrat und liegt nun beim Regierungsrat zur Genehmigung. Falls dieser ihn gutheisst, könne Einsprache gegen das Baugesuch erhoben werden, sagt Martin Classen, Sachbearbeiter Raumplanung der Gemeinde Pratteln. Von diesem Recht wird Norbert Mandel auf jeden Fall Gebrauch machen.