Die 5. Primarklasse von Lehrer Urs Sperisen hat dem Team des Gemeindewerkhofs dabei geholfen, ein Schwalbenhaus mit über vierzig Nestern zu bauen. Am letzten Dienstag war Aufrichte, wie die Gemeinde Hölstein mitteilte. Jetzt müssen nur noch die Schwalben kommen und einziehen.

Die Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2010 und lebt seit langem mit dem Menschen unter einem Dach. Aus feuchten Lehmkügelchen baut der Insektenfresser sein Nest aussen unter dem Dach. Diese Freundschaft leidet schon seit längerem etwas, weil trotz Anbringen von Kotbrettern unter den Nestern immer weniger Hausbesitzer die hinterlassenen Kotspuren an der Fassade hinnehmen und Schwalbennester tolerieren wollen. Auch beim neu renovierten Holden-Schulhaus war dies der Fall. Die schöne neue Fassade verschmutzte immer mehr, so dass es zum Entscheid kam, ein Schwalbenhaus zu bauen. Hier sollen die Mehlschwalben neu heimisch werden, um weiterhin als Nützling nach Insekten zu jagen.

Ihren Namen verdankt die Mehlschwalbe ihrer weissen Unterseite. Sie überwintert in Afrika südlich der Sahara. Sie trifft Mitte April bei uns ein und verlässt ihr Brutgebiet Anfang September wieder Richtung Süden. Eine Mehlschwalbe wird bis zu 6 Jahre alt. Sie ist standorttreu, das heisst sie kommt immer wieder an ihren Nistplatz zurück. Der Bestand der Mehlschwalben geht seit Jahren zurück. Vorplätze und Wege in den Dörfern und am Stadtrand sind heute meist asphaltiert, so dass den Mehlschwalben das lehmige Baumaterial für ihre Nester fehlt. Ebenso bleiben an modernen glatten Fassaden die Natur-Nester nicht mehr haften.

Schwalbenhäuser gibt es vielerorts. Sie waren die Vorlage für das Projekt in Hölstein. Dieses ist aber zum Unikat geworden. Die Männer des Gemeindewerkhofes tüftelten nämlich so lange an Ideen herum, bis ein Schwalbenhaus Marke Hölstein entstand. Es unterscheidet sich von anderen Modellen vor allem darin, dass es mit einer Handkurbel am Mast aufgezogen bzw. herabgelassen werden kann. Dies erleichtert natürlich die Reinigung und Wartung, wie sie mindestens einmal im Jahr gemacht werden muss.

Während die Metall- und Holzkonstruktion im Werkhof entstand, haben die Fünftklässler mit Gips, Asche und Sägemehl künstliche Schwalbennester gebaut. Das fertige Schwalbenhaus konnte jetzt im Beisein seiner Baumeisterinnen und Baumeister von Gemeindepräsidentin Monica Gschwind feierlich eingeweiht werden.