Der Fall von zwei muslimischen Schülern, die an der Sekundarschule Therwil Lehrerinnen den Handschlag verweigerten, hat Anfang April landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Nun kommt die Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) zum Schluss, dass eine solche Verweigerung nicht angeht, wie sie am Mittwoch mitteilte.

Das öffentliche Interesse bezüglich Gleichstellung von Mann und Frau sowie die Integration von Ausländern überwiege die Religionsfreiheit der Schüler erheblich.

Der Händedruck könne demnach durch die Lehrerin eingefordert werden, wie Bildungsdirektorin Monica Gschwind heute den Leiterinnen und Leitern der Baselbieter Volksschulen persönlich mitteilte. Weigern sich die Schüler, ihrer Lehrerin die Hand zu schütteln, werden diese sanktioniert.

Die Eltern der Schüler können ermahnt oder mit einer Busse von bis zu 5'000 Franken gebüsst werden. Parallel dazu können Disziplinarmassnahmen bei den Schülern ergriffen werden, wie eine mündliche Mahnung, eine Aussprache mit den Erziehungsberechtigten oder ein schriftlicher Verweis gegenüber den Eltern.

Therwil: Aufhebung der Zwischenlösung

Für die beiden Schüler der Sekundarschule Känelmatt in Therwil, deren Verweigerung die Diskussionen erst ins Rollen brachte, hat dies zur Konsequenz, dass sie nun ihren Lehrern doch die Hand geben müssen. Bis anhin wurde ihre Weigerung von der Schule akzeptiert.

Sollten sie den Händedruck weiter verweigern, werden Sanktionen des Bildungsgesetzes geprüft, heisst es in der Mitteilung der Bildungsdirektion. Über allfällige laufende Verfahren nach Bildungsgesetz dürfe keine Auskunft erteilt werden. (zam/sda)