Jetzt kann Roland Nauli aufatmen. Statt auf dem Schrottplatz landen die legendären blauen Birsigthalbähnli wieder in der Heimat. Genauer: in Rodersdorf, im hinteren Leimental. Dort, wo jetzt die Endstation der 10er-Linie der BLT ist, in der die Birsigthalbahn im Jahr 1974 aufging.

Vor drei Jahren hat Nauli den Verein Pro Birsigthalbahn (Pro BTB) ins Leben gerufen. Nauli war durch einen Zeitungsartikel darauf aufmerksam gemacht worden, dass das elsässische Ecomusée die vier Trämlikompositionen nicht mehr braucht, die es im Jahr 1992 erworben hatte. Die Pläne, eine Museumsbahn zu errichten, hatten sich zerschlagen. Nauli wollte das drohende Ende der blauen Bähnli, die bis in die 60er-Jahre in Betrieb waren, nicht hinnehmen und machte sich 2009 auf die Suche nach Gleichgesinnten. Im neu gegründeten Verein Pro BTB wurde gezieltes Lobbying und Medienarbeit betrieben. Mit Erfolg: Bis heute haben sich über 130 Mitglieder angeschlossen.

Rückkehr «zu 99,9 Prozent gesichert»

Nauli selbst bezeichnet sich nicht als «besonders ausgeprägten Eisenbähnler, der jede Schraube kennt». Sein Antrieb seien viel mehr die Kindheitserinnerungen. Erinnerungen daran, als es noch eine erste und zweite Klasse gab und als der Kondukteur noch auf jeder Fahrt kontrollierte. Auch fasziniert ihn die alte Technik. Mit Pro BTB will er dem Leimental einen Teil seines historisch wertvollen Erbgutes erhalten und zurückgeben. Bald wird es so weit sein: «Zu 99,9 Prozent werden drei der vier Kompositionen ab Herbst in Rodersdorf stehen», ist Nauli überzeugt. Auf die schwierige Frage, wo die Bähnli untergebracht werden können, konnten endlich Antworten gefunden werden. Noch nicht ganz geklärt ist, wer die Logistik des teuren Schwertransportes zurück in die Schweiz übernimmt. Das aber ist Formsache, meint Nauli.

Ein Güterwagen wird schliesslich in Rodersdorf in der Nähe des Bahnhofs ausgestellt – im Garten eines Bähnli-Liebhabers. Ein Anhänger sowie der schmucke Motorwagen Nr.7 sollen in der Remise eingestellt werden. Dann soll das fast 100-jährige Bähnli wieder «fit gemacht werden», wie Nauli sagt.

Das wird einiges kosten, denn Pro Birsigthalbahn hat noch weiter gehende Pläne. Das heutige Museumsstück soll dereinst wieder in Betrieb genommen werden. Zwischen Flüh und Rodersdorf soll es zukünftig Nostalgiefahrten geben. Bis dahin gilt es aber, noch einige Hürden zu überwinden. Technisch hat sich die Strecke stark verändert. Die Wagenkästen der Birsigthalbahn waren breiter als diejenigen der heutigen Trams. Das Befahren der heutigen Wendeschlaufen jedenfalls geht mit den Oldtimern nicht. Ein Konzept zeigt jedoch, dass es nur wenige Massnahmen bedarf, das alte Bähnli zwischen Flüh und Rodersdorf wieder kursieren zu lassen.

Gesamtkonzept ist notwendig

Pro BTB will dieses Projekt zudem verknüpfen. «Das Interesse an solchen Fahrten nur im hinteren Leimental würde schnell im Sand verlaufen, wenn es kein Gesamtkonzept gäbe», ist sich Nauli sicher. Um das Einzugsgebiet auszudehnen, will er Basel sowie das grenznahe Frankreich in ein Tourismuskonzept einbeziehen. Vorstellbar wäre, dass man zwischen der Stadt und Flüh historische Tramfahrzeuge einsetzt, ab Flüh das Birsigthalbähnli und die Passagiere ab Rodersdorf mit der Kutsche oder einem Oldtimerbus nach StBrice oder Ferrette bringt.