17 Jahre lang hat sie auf der Kommandobrücke die Geschicke der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) mitbestimmt, davon die letzten sechs Jahre das Steuer als Kapitänin selbst in Händen gehalten. Jetzt ist Schluss. Gestern gab Elisabeth Schirmer-Mosset (59) bekannt, dass sie per Ende Juni 2018 als Bankratspräsidentin zurücktrete.

Dass sie ihren Job gut gemacht hat, zeigen die verbalen Blumen, die sie erhält. So sagt Finanzdirektor Anton Lauber, der als Regierungsvertreter selbst im Bankrat sitzt und dort Schirmers Stellvertreter ist: «Wir verlieren eine sehr wertvolle Präsidentin.» Zu ihren Erfolgen zählt Lauber die erfolgreiche Suche und Einführung des neuen CEO John Häfelfinger, die interne Umsetzung des Projekts Futuro, das Schirmer geleitete habe, und vor allem: « Die Kantonalbank ist eine sehr gut aufgestellte Bank.»

Der Gesamtregierungsrat dankt denn der zurücktretenden Bankratspräsidentin auch per Communiqué «für ihr langjähriges grosses Engagement». Lob gibts auch aus dem Munde des erfahrenen Finanzpolitikers und Landrats der Grünen, Klaus Kirchmayr: «Man kann der Kantonalbank und ihrer Leitung nur das beste Zeugnis ausstellen. Sie ist eine erfolgreiche, sichere Bank mit stabilen Erträgen. Frau Schirmer hat einen grossen Anteil an dem.» Und auch auf Nachfrage fällt dem als kritischer Politiker bekannten Kirchmayr nichts Nachteiliges ein: «Sie und die ganze Bank-Leitung haben das Lob wirklich verdient.»

Obwohl Schirmer sehr lange dem Bankrat angehört, kommt ihr Rücktritt ein Jahr vor den Gesamterneuerungswahlen doch eher überraschend. Wieso hat sie ihre Amtsperiode nicht beendet? Schirmer macht zwei Gründe geltend. Aus Sicht der Bank sei der Rücktrittszeitpunkt gut, weil der neue CEO etabliert sei und die Zahlen stimmten. Auch habe ihr Nachfolger so Zeit, sich vor den Neuwahlen einzuarbeiten. Es gebe aber auch eine private Komponente: «Ich will nach so langer Bankratszeit wieder etwas Raum für Neues und mehr Zeit für die Familie.» Schirmer wird in Bälde Grossmutter, worauf sie sich «riesig» freue.

Gute Noten von Finma

Denn je nach Phase habe das Bankpräsidium mehr Zeit als die offiziellen 40 Prozent in Anspruch genommen. Und Schirmer ist auch noch Verwaltungsratspräsidentin der Uhrwerkfabrik Ronda, wo eben erst ihre beiden Söhne das Zepter als Geschäftsleiter übernommen haben. Der Generationenwechsel sei sehr positiv, aber auch eine Herausforderung. Das in Lausen domizilierte Unternehmen beschäftigt weltweit 1600 Mitarbeiter.

Als Höhepunkt ihrer Zeit als Bankratspräsidentin bezeichnet Schirmer nebst «dem gut gelungenen CEO-Wechsel» die jährlichen Gespräche mit der Finma, der Bankenaufsicht des Bundes: «Wir haben dabei jedes Mal ein Top-Rating erhalten und damit den Stempel, dass wir unsere Aufgaben gemacht haben.» Auf der andern Seite der Skala steht die Umsetzung der Bank-Vision «erfrischend einfach». So gegenüber den Kunden und allen andern Ansprechpartnern aufzutreten, sei ein anstrengender Spagat, weil die Alltagsanforderungen komplex seien. Das erfahre sie auch am eigenen Leibe, wenn sie sich den Digitalisierungsanforderungen stelle.

Mit dem Bankratspräsidium belegt Schirmer ein wichtiges Amt im Kanton. Dessen Stellenwert zeigt auch, dass die Regierung für die Nachfolgesuche der Ökonomin eine Findungskommission mit den Regierungsräten Anton Lauber und Thomas Weber sowie den Bankräten Stephan Naef und Marco Primavesi ins Leben gerufen hat. Die Stelle wird in den nächsten Tagen ausgeschrieben. Zu den wichtigsten Anforderungen gehören laut Lauber grosse Kenntnisse im Bank- und Finanzwesen sowie Führungserfahrung. Der neue Chef des Bankrats kommt auf jeden Fall von aussen, weil nach Gesprächen mit jedem einzelnen Bankrat keine interne Bewerbung eingegangen sei, sagt Lauber.