An der Generalversammlung der Baselland Transport (BLT) AG vom Montag in Oberwil kam auch der geplante Margarethenstich zwischen Binningen und Basel zur Sprache. Verwaltungsratspräsident André Dosé sagte, die BLT sei «befremdet» darüber, dass die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) Anspruch auf die Übernahme der Linie anmelde. «Eine kleine Änderung bei der Linienführung darf nicht zur Folge haben, dass die Frage nach dem Betreiber neu gestellt wird», stellte Dosé klar.

Bei der BLT-Geschäftsleitung wie auch beim Verwaltungsrat bestünden keine Zweifel, dass die BLT das Neubauprojekt dereinst vollumfänglich selber betreiben würden, so Dosé weiter. Auch einem möglichen Mischbetrieb erteilte er eine klare Absage: Solche Modelle seien untersucht worden und würden «keinen Sinn» machen. Die Aktionäre und Besucher nahmen die Voten Dosés ohne Aufhebens zur Kenntnis.

50-Millionen-Marke überschritten

Vor dieser Stellungnahme hatte Dosé zusammen mit Direktor Andreas Büttiker und Generalsekretär René Lustenberger die wichtigsten Zahlen des Geschäftsberichts 2012 bekannt gegeben. Diese sind erfreulich. So beförderte die BLT im vergangenen Jahr erstmals mehr als 50 Millionen Passagiere: Ihre Zahl stieg um 2,4 auf 50,9 Millionen. Die Zunahme sei vor allem der Taktverdichtung auf den Tramlinien 10 und 17 und dem Leistungsausbau auf der Buslinie 64 zu verdanken, wie Büttiker erklärte.

In der Tat beförderten die Trams der Linie 10 letztes Jahr 7 Prozent mehr Gäste - die Linie 17 verzeichnete eine Zunahme um beachtliche 24 Prozent. Die Buslinie 64 von Arlesheim nach Allschwil wiederum steigerte das Passagieraufkommen um 11 Prozent.

Tango-Trams verbrauchen weniger Strom

Auch beim Rollmaterial ist die BLT auf Kurs. Seit Sommer 2012 sind alle 19 Tango-Trams der ersten Serie im Einsatz. Die Erfahrungen zeigten, dass das Tram bezüglich Verfügbarkeit, Unterhalt und Energieverbrauch die Vorgaben «deutlich übertrifft». Die Tangos verbrauchten rund 35 Prozent weniger Strom als die Schindler-Doppeltraktionen und das trotz Komfort-Zuwachs wie etwa Klima-Anlage, wie Büttiker betonte.

Der Gewinn fiel im vergangenen Geschäftsjahr etwas tiefer aus. Er betrug 2,7 Millionen Franken, das sind 0,2 Millionen weniger als im Vorjahr. Der Umsatz hingegen stieg um 6 Prozent, ebenso der Verkehrsertrag (+ 2 Millionen, neu 50,3 Millionen Franken).

Neue Buslinien im Oberbaselbiet

Im Geschäftsbericht hervor sticht die Übernahme der öV-Tätigkeiten der Autogesellschaft Sissach-Eptingen (AGSE) per 1. Januar 2013. 34 Mitarbeitende wechselten zur BLT, die damit neu 420 Personen beschäftigt. Noch für dieses Jahr stellt diese neue Linienbusse in Aussicht. In Eptingen soll ausserdem eine neue Bushalle erstellt werden. Bei den Schienen- und Fahrleitungs-Infrastruktur erwähnte Büttiker die Gleis- und Bahnsicherungsanlage beim Depot Ruchfeld in Münchenstein. Hier investierte die BLT 8,6 Millionen Franken.

Ebenfalls auf Wachstumskurs befindet sich der Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW). Bei den Umweltschutz-Abos (U-Abo) wurden total 2 139 500 Stück abgesetzt, das ist eine Steigerung von rund 13 000 Abos. Insgesamt kauften jeden Monat 178 000 Personen ein U-Abo - das entspricht beinahe der Einwohnerzahl der Stadt Basel. Hinzu kommen 25 000 General-Abonnements (GA). Das ist landesweit ein Spitzenwert.