Lokalmatador Fabian Hartmann schlug in seinem zweiten Profikampf den Engländer Lewis van Poetsch in der dritten Runde durch technischen K. O. 300 Zuschauer wollten die Shows und den Kampf im Supermittelgewicht sehen. Die Fight Night soll von nun an im Jahresrhythmus durchgeführt werden, wie Veranstalter Remo Sommer sagte: «Heute ging es darum, die Leute für Kampfsport zu begeistern und natürlich darum, Fabians Karriere voran zu treiben.»

Dass Remo Sommer die Kampfsportarten fördern will, verwundert nicht. Er selbst betreibt in Frenkendorf ein Geschäft, das mitunter allerlei für Kampfsportler feilbietet. Auf dem Parkplatz vor seinem Laden, mitten in Frenkendorf, fand der Event denn auch statt. Dass Sommer Hartmann fördern will, kommt ebenfalls nicht von ungefähr. Der 29-jährige Boxer ist im beruflichen Alltag seine rechte Hand.

Mitunter die Integration fördern

Schliesslich unterstützte Michael Sommer, Nationaltrainer der Frauen und Trainer im Frenkendörfer Noble Art Boxing Center, seinen Bruder Remo, indem er mit einigen Showeinlagen aus seinem Boxkeller aufwartete. Und den Boxring stellte. Den metallischen Aufbau darunter hatte der gelernte Metallbauschlosser Fabian Hartman selbst gefertigt. In Oliver Wilden fand der Anlass unter anderen einen Sponsor, dessen Firma im Sozialbereich tätig ist. Sein Engagement für die Fight Night begründete er mit der Arbeit von Michael Sommer: «Gute, seriöse Arbeit, die mitunter die Integration fördert.»

Ausgerüstet mit Wurst vom Grill und Bier durfte das Publikum Thaiboxer und Kickboxerinnen bestaunen, kam in den Genuss einer Demonstration in Mixed Martial Arts sowie mehrerer Boxeinlagen. Besonders beeindruckend war die Showeinlage des First Choice Gym aus Liestal. Kickbox-Schweizermeisterin Justine Frank nagelte ihre Kicks wuchtig in die Pratzen von Patrick Drees, dem ehemaligen Amateur-Europameister in Mixed Martial Arts. Für gute Laune sorgte die Pratzenarbeit, die Michael Sommer mit Nachwuchshoffnung Eliana Pileggi zeigte. Vor allem, weil das Publikum lautstark forderte, Pileggi solle Sommer doch auf die Bretter schicken.

Die Geschichte einer Flucht

Die Geschichte des Höhepunkts der Fight Night ist schnell erzählt. Der 25-jährige van Poetsch konnte Hartmann nie Paroli bieten. Es ist die Geschichte einer Flucht durch den Ring, die ab der zweiten Runde zur blutigen Angelegenheit wurde und eine Runde später abgebrochen werden musste. Van Poetsch hatte über seinem linken Auge einen Cut, der zu einem Horn angeschwollen war. Sein Oberkörper war blutverschmiert. «Ich fühlte mich gut, meine Kondition war gut und es war ein richtiges Heimspiel», freute sich Hartmann nach gewonnenem Kampf, «es war eine Riesensache vor diesem Publikum zu kämpfen, das mich bis zum Schluss anfeuerte.»

Einer der ersten, der Hartmann zum Sieg gratulierte, war der frisch gebackene Frenkendörfer Gemeindepräsident Roger Gradl. Für ihn stimmte an diesem Abend alles. In seinem Dorf vergnügten sich die Einwohner an einer Open-Air-Party, mit Hartmann war ein Frenkendörfer für das Highlight verantwortlich und Gradl scherzte: «Ich bin schon einen Monat im Amt, ohne dass Frenkendorf einen Skandal erleben musste». Auch Gemeinderätin Ruth Janzi sowie ihr Amtskollege Beat Keller aus der Nachbarsgemeinde Füllinsdorf verfolgten das Geschehen. Eines mit Happy End.