Wenn an einem Freitagabend bereits eine halbe Stunde vor Saalöffnung Dutzende von Menschen auf den Einlass in die Aula des Rheinpark-Schulhauses warten, dann muss in «Blätzbums», wie Birsfelden im Volksmund genannt wird, etwas Besonderes los sein.

Zum 24. Mal ging an drei Tagen die «Blätzbums-Opéra» (BBO) über die Bühne. Das ist für eine Gemeinde, welche die (Strassen-)Fasnacht erst seit gut 15 Jahren wieder entdeckt hat, keine Selbstverständlichkeit. Aber die «BBO» hat längst Kultstatus. «Es ist wichtig, dass in einer Agglomerationsgemeinde solche Anlässe stattfinden. Sie zeugen von einem aktiven Dorfleben», so Gemeindepräsident Christof Hiltmann, welcher an der Premiere am Freitagabend wie sein Exekutivkollege Walter Märki im Publikum sass.

30 wunderschön dekorierte Tische à sieben Plätze waren nahezu allesamt besetzt. Und was die BBO-Macher um «Tätschmeister» Reto Caccivio in den 120 Minuten boten, war ein vorfasnächtliches Feuerwerk der Extraklasse. Angefangen vom Prolog bis zum Epilog sind es 20 Nummern, welche die Besucher fesseln und zu Applaus hinreissen. Zehn Rahmenstücke (Rahmestigg) beweisen das schauspielerische Talent von Reto Caccivio, Franziska Friedmann, Tanja Heldner, Theo Hostettler, Luca La Rocca, Martin Plattner, Bettina Scheibler und Samuel (Sämi) Scheibler. Der Umbau der Migros und der tägliche Feierabend-Stau an der Hauptstrasse waren Themen, die wunderbar – und mit Pointen – aufgegriffen wurden.

Nicht fehlen durfte die Guggemusik «Birsblootere», welche als Lokalmatadoren fegten und schränzten, sowie der Auftritt der Blätzbums-Pfyffer und -Tamboure. Grandios die Schnitzelbänke vom «Dr Uffgweggt» (auch an der Basler Fasnacht einer der ganz Grossen), der zwar wegen Krankheit nicht persönlich auftreten konnte, doch via eingespieltem Band das Birsfelder Jahr treffend Revue passieren liess.

Nachfolger für Bernegger gesucht

Wer im letzten Jahr Birsfelden sagte, dachte umgehend an Nicole Bernegger, die den Contest «The Voice of Switzerland» gewonnen hatte. Und weil man in Blätzbums darauf stolz ist, sucht man nun einen Nachfolger. Zur Auswahl standen Ex-Gemeindepräsident Claudio Botti (früher oft mit «Dä wotti nümme» parodiert), Nachfolger Hiltmann und eine «Ulla Rebberger», die eigentlich Regula Meschberger heisst und Landrätin ist. Obwohl dieses Trio durchaus seine künstlerischen Qualitäten hat (Hiltmann bewies Gesangs- und Tanzkunst), kam man zum Entschluss, niemanden an die Ausmarchung zu schicken. Dafür soll Birsfelden «fit werden» – was primär auf die angespannte Finanzlage bezogen ist.

Und man darf schon jetzt hoffen, dass sich zur 25-Jahr-Jubiläumsausgabe die BBO-Macher etwas Spezielles einfallen lassen. Und das Publikum die Anstrengungen und Bemühungen mit drei ausverkauften Vorstellungen honoriert.