Es ist die Verlängerung der Verlängerung eines Provisoriums. Noch bis zu den Sommerferien werden Lotsen Bottminger Schulkinder begleiten, welche die viel befahrene Bruderholzstrasse überqueren müssen. Das teilte der Gemeinderat gestern mit – nach dem 1. Juli jedoch sei definitiv Schluss.

Unklar ist, ob das Komitee «Sichere Schulwege» sein Engagement für Lotsen fortsetzt. Im Juli reichten seine Mitglieder eine Petition mit 660 Unterschriften ein, die unter anderem die Beibehaltung der 2009 eingeführten Lotsendienste verlangt. «Wir wurden vom Gemeinderat informiert und sind nun gespannt, welche Massnahmen er zur Verbesserung der Verkehrssicherheit vorsieht», sagt eine Petentin. Über das weitere Vorgehen werde in den kommenden Tagen entschieden. «Wir sitzen demnächst erneut mit Gemeindevertretern zusammen.»

Studie empfiehlt Lotsen nicht

Der Wille der Bevölkerung ist eindeutig: Im Dezember nahm die Gemeindeversammlung einen Antrag des Komitees an, der verlangte, dass 19 600 Franken ins Budget aufgenommen werden, die unter anderem für Lotsendienste vorgesehen sind. Der Gemeinderat stellte sich im Januar auf den Standpunkt, dass es sich beim Antrag um eine Kann-Formulierung handle: Über die Einsetzung von Lotsendiensten habe nur der Gemeinderat zu entscheiden – und das tue er nach Vorliegen der Resultate einer Studie, einer so genannten Road Security Inspection (RSI).

Diese Studie hatte der Gemeinderat bereits bei der Einreichung der Petition im Sommer in Auftrag gegeben, Mitte Januar lag der Bericht vor. Die RSI kam laut Gemeinde zum Schluss, dass eine Reihe von Massnahmen die Verkehrssicherheit in der Agglomerationsgemeinde verbessern kann. Nicht dazu gehören jedoch die Lotsendienste. Zu einem ähnlichen Fazit wie die RSI war zuvor bereits die BfU, die Beratungsstelle für Unfallverhütung, gekommen.

Bis zu den Sommerferien würden nun an der Bruderholzstrasse Verbesserungsmassnahmen umgesetzt, schreibt die Gemeinde, jedoch nur solche, «die mit vertretbarem Aufwand realisierbar» seien. Gemeindeverwalter Martin Duthaler präzisiert, es würden unter anderem die Beleuchtung der Lichtsignal-Anlage verbessert und die Strasse übersichtlicher gestaltet, etwa mit der Versetzung eines Signalkastens.

Was passiert mit dem Geld?

Der betroffene Übergang liegt rund 60 Meter östlich des Kreisels Basler/Bruderholz-/ und Therwilerstrasse. 2009 führte die Gemeinde die Lotsendienste für Schulkinder ein – zuvor hatten Eltern und Schulen Bedenken zu deren Sicherheit geäussert. Es ist nicht die einzige Stelle, die vom Komitee «Sichere Schulwege» beanstandet wurde. Der Gemeinderat stellt in Aussicht, auch andere Strassenübergänge abzuklären, die im Schulwegplan als Schulwege empfohlen werden.

Aber was passiert mit den knapp 20 000 Franken, die im Budget für die Lotsen zurückgestellt wurden? Es handle sich um Geld, dass auch allgemein für die Verbesserung der Schulwegsicherheit eingesetzt werden könne, sagt Martin Duthaler. Wie viel die geplanten baulichen Massnahmen kosten würden, das wisse man aber noch nicht.