Es sollte der grosse Befreiungsschlag werden: Ende 2013 präsentierte das Kantonsspital Baselland (KSBL) das Prestigeprojekt einer neuen Frauenklinik am Standort Bruderholz. Die Spitalleitung wollte damit den alles dominierenden negativen News wie den Chefarzt-Abgängen endlich einmal positive Schlagzeilen entgegensetzen. Diesen Sommer sollten die Bagger auffahren und Ende 2015 wäre die Klinik dann bezugsbereit gewesen.

Doch daraus wird nichts. Christine Frey, Sprecherin des KSBL, bestätigt Informationen der bz, wonach sich der Bau verzögert: «Der neue Fahrplan sieht vor, dass wir im Januar 2015 beginnen.» Dies habe der CEO ad interim, Jürg Aebi, entschieden. Damit verschiebt sich höchstwahrscheinlich auch der Bezug um ein halbes Jahr. Eine genaue Zielsetzung fehlt noch.

Wenn man berücksichtigt, dass das Projekt im Dezember noch vom später entlassenen CEO Heinz Schneider und dem mittlerweile zurückgetretenen Verwaltungsratspräsidenten Dieter Völlmin vorgestellt worden war, überrascht die Begründung von Frey wenig: «Nach dem Wechsel in der Spitalführung wurde das Projekt neu evaluiert.» Es habe Zeit gebraucht, «seriöse Entscheidungsgrundlagen» zu erarbeiten. Zudem überprüfte die neue Spitalleitung die Projekte und Strategien ihrer Vorgänger. Frey: «Dieser Prozess ergab gewisse Anpassungen.»

Neubau wird kleiner als der Altbau

Inwiefern sich das 23,5 Millionen Franken teure Klinikprojekt nun verändert, ist offen. Noch gilt der Plan, wonach vom heutigen Westtrakt nur das 3. Untergeschoss bestehen bleibt und darauf vier neue Stockwerke gebaut werden. Der Bau soll eine Bettenstation, ein Ambulatorium sowie die Geburtenabteilung beheimaten. Im Vergleich zur bisherigen Frauenklinik reduziert sich die Anzahl Betten von 33 auf 23, und es soll nur noch drei statt fünf Gebärsäle geben. Schon im Dezember gab Schneider zu, dass der alte Bau 1973 schlicht zu gross geplant worden sei und man die Grösse nun der Realität anpasse.