Frauenpower ist angesagt: 85 Mädchen zwischen 11 und 15 Jahren besuchen verschiedene Workshops während der zweiten interkantonalen Mädchenwoche in Dornach. Das Angebot ist breit, die Teilnehmerinnen konnten aus 18 Workshops ihre Favoriten wählen. Den jungen Mädchen steht frei, ob sie einen, zwei oder so viele Kurse wie möglich belegen. «Beliebt sind vor allem Workshops wie Beauty-Wellness, Make-up oder Nähatelier», sagt die Projektleiterin Anna Sollberger.

Woche ohne dominante Knaben

«Typische Mädchensachen» würden manche Knaben wohl sagen und die Nase rümpfen. Die Mädchen in Dornach rümpfen ihre Nasen eher ab dem strengen Geruch nach Farbe, der beim Sprayen im Workshop Graffiti in der Luft liegt. «Workshops wie DJane, Parkour oder Klettern werden ebenso oft ausgewählt», weiss Sollberger.

«Die Mädchen erhalten die Möglichkeit, auch Dinge auszuprobieren, die sonst oft von Knaben dominiert werden.» Im Kanton Solothurn hat die Mädchenwoche schon fast Tradition. Seit 2006 besteht dieses Angebot. In Olten werden die Workshops bereits zum dritten Mal angeboten. Anna Sollberger weiss, wieso es ein Angebot speziell für die Mädchen braucht: «Die offenen Jugendarbeit, vor allem die Treffs, sprechen mehr Knaben als Mädchen an. Diese ziehen sich eher zurück.»

Stärkung des Selbstbewusstseins

In Zusammenarbeit mit anderen Institutionen hat infoklick.ch die Mädchenwoche lanciert. «Infoklick.ch richtet sich an Junge, die etwas anreissen wollen, fördert Engagement und schafft Möglichkeiten, etwas Neues kennenzulernen», erklärt Sollberger. Ein Ziel der Mädchenwoche sei, das Selbstbewusstsein junger Frauen und Mädchen zu stärken. Dieses wird gerade im Workshop Graffiti verlangt. Beim Sprayen muss es schnell gehen, Entschlossenheit der Mädchen ist gefragt. Katja und Eli haben diese Erfahrung schon gemacht. Vor dem Jugendhaus Dornach sprayen sie unter Regenplachen zügig auf eine Tafel. «Man darf nicht zu viel Farbe verwenden sonst tropft es», erklärt Katja. Graffiti-Künstlerin Lady Shril, die den Mädchen die besten Tricks verrät, freut sich, zusammen mit den Mädchen das Wartehäuschen der Busstation Apfelsee zu besprayen. «So haben die Mädchen eine bleibende Erinnerung.»

Kein Zickenkrieg in Sicht

Das Häuschen gestaltet die Gruppe harmonisch. Wer wo wie viel sprayen darf, ist keine Diskussion. Anna Sollberger freut sich, wie ruhig alles verläuft: «Zickenkrieg gibt es nicht», sagt sie. Erst am Freitag werden männliche Besucher die Stimmung aufmischen. Dann steigt die von einigen Mädchen organisierte Abschlussparty mit Familien und Freunden. Neu Erlerntes wird allen präsentiert: Die DJanes sorgen für Stimmung, hinter der Bars werden alkoholfreie Drinks gemixt. Es wird vorgetanzt und auch das eine oder andere Solo gesungen.