«Sie halten uns den Spiegel vor, Personen wie Kim Jong-un oder Donald Trump», sagte OK-Präsident Hans-Ruedi Känel, «jeder von uns ist sein eigener Clown.» Gemeint damit war, dass die Massen gedankenlos den Clowns aus Politik, Wirt- und Gesellschaft Folge leisten. Und den Trends, die von ihnen gesetzt werden. Entsprechend stand das Konfetti 2018 unter dem Motto «Mir ligge voll im Trend».

Mit den Pointen von Urs Rudin wurde zur Religion mutiertes Essverhalten auf die Schippe genommen oder ein Bubendorf, das zur Tourismushochburg wird. Achtung: Am Infopoint sollte das Tschopp Rösi installiert werden. Eine Pointe, die ganz Bubendorf zum Lachen brachte. Auf Kommando. Tschopp Rösi gilt als Bubendörfer Dorfzeitung, die dank riesigem Netzwerk jede Neuigkeit kennt. Scherzeshalber wird die Coop-Mitarbeiterin im Dorf auch als «Kasse 13» bezeichnet.

Musikalisch umrahmte die Tambouren- und Pfeiferclique Bubendorf ihren Event traditionell und originell. Der Marsch «Pinocchio» wurde mit langen Nasen gepfiffen, «Spectra» der Tambouren wurde von Neon-Effekten begleitet. Die Fränkeschränzer zeigten sich als Gugge mit äusserst dramatischem Flair, während die Sambaschränzer mit stampfendem Rhythmus einheizten.

Regierungsrätliches Scheitern

Die Schnitzelbänke waren aus Basel importiert. Trotzdem darf von Tradition gesprochen werden, denn die Schuumschleeger und Schnaabelwetzer sind regelmässige Konfetti-Heimsucher. Thematisiert wurden bekannte Figuren wie Hans-Peter Wessels und Christian Constantin, Präsident des FC Sion, der Fussball-Experte Rolf Fringer verhaut. Ebenso die «Me too»-Welle. Für den grössten Lacher sorgten die Schnaabelwetzer mit einer Melange aus «Me too» und regierungsrätlichem Scheitern:

«Ans Fudi länge, döple, grapsche, fingerle us Glüscht
Kei Wunder klage d Fraue, d Männer länge au an d Brüscht
Sogar d Frau Pegoraro klagt, mir hätte das nie dänggt
Sit Joohre fühlt sie sich vom Läufelfingerli bedrängt.»

Es war das erste Konfetti in der neuen Bubendörfer Mehrzweckhalle. Die alte Turnhalle an selber Stelle ist Geschichte. Wegen der Bauarbeiten fiel das Konfetti 2017 aus. Das habe ein grosses Loch in der Jahresrechnung hinterlassen.«Wir müssen uns nun das Publikum wieder erarbeiten», sagte Känel. Auf das Stammpublikum durfte er zählen. Kommen im Schnitt 320 Zuschauer ans Konfetti, waren es in diesem Jahr immerhin 300. Unterstützt wurden die Gastgeber der Tambouren- und Pfeiferclique Bubendorf von Excalibur Lieschtel. Gemeinsam mit der befreundeten Clique werden die Bubendörfer Ende Juni das Eidgenössische Tambouren- und Pfeiferfest in Bulle bestreiten.

Letztlich hat das neue Konfetti-Zuhause nur Vorteile, vor allem mehr Platz. Früher zogen sich die Fasnächtler noch im gegenüberliegenden Primarschulhaus um, flitzten über den Pausenplatz, ehe sie die Bühne betraten. Das Konfetti ist in der neuen Mehrzweckhalle angekommen.