Benjamin Holinger streute gestern Abend das Salz in die Budget-Suppe des Liestaler Einwohnerrats. Er stellte im Namen der Grünen den Antrag, dem Personal im 2018 anstelle der nicht ausgeglichenen Teuerung eine einmalige Gratifikation von einem halben Lohnprozent zu bezahlen. Er begründete das mit dem «Riesenaufwand», den das Liestaler Personal in diesem Ausnahmejahr etwa mit der Sanierung der Rathausstrasse und der Bahnhof-Abstimmung geleistet habe.

Unterstützung erhielt er von Bernhard Bonjour von der allerdings gespaltenen SP. Er meinte: «Es ist schön, wenn man das Personal lobt und ihm dankt. Aber wir müssen aufpassen, dass das nicht hohle Worte bleiben.» Damit spielte er auch auf seine bürgerlichen Vorredner an, die dem Personal mehr oder weniger grosse verbale Blumensträusse verteilten. So auch Stadtrat Daniel Spinnler (FDP), der sagte: «Wir sind uns voll bewusst, dass wir auf gutes Personal angewiesen sind. Aber wir müssen auch den Gesamthaushalt anschauen und stehen bei der Bevölkerung in der Pflicht.» Spinnler verwies auf diverse Massnahmen zugunsten des Personals. So habe die Stadt Liestal die einprozentige Lohnreduktion des Kantons bei ihrem Personal nicht nachvollzogen. So wie Spinnler sah es auch eine grosse Mehrheit des Ortsparlaments und lehnte den grünen Vorstoss mit 27 zu 10 Stimmen ab.

Ungerecht behandelt

Ansonsten aber standen die Einwohnerräte geschlossen hinter dem Budget 2018. Dieses prognostiziert bei Gesamtaufwendungen von knapp 48 Millionen Franken ein Minus von einer halben Million. Die hohen Investitionen von 9,5 Millionen Franken kann die Stadt nur zu 23 Prozent selbst finanzieren, womit die Verschuldung auf fast 58 Millionen steigt.

Trotzdem gabs nur Lob aus dem Rat. Das formulierte Bruno Imsand (FDP) so: «Wir fühlen uns wohl mit diesem Budget. Die Transparenz ist da.» Er fügte aber auch an, was fast alle Sprecher erwähnten: Liestal brauche die Ausgleichsinitiative, die die Sozialhilfekosten im Kanton gerechter verteilen will. Diego Stoll (SP) quantifizierte die Ungerechtigkeit: «Jedes dritte Gesuch um Beiträge im Kanton geht in Liestal ein.»

Einig waren sich die Räte auch, dass Liestal nicht vom Fernverkehrsnetz der SBB abgehängt werden darf, was drohe. Sie überwiesen deshalb ein von SVP und GLP eingebrachtes Postulat, dass die vor langem abgeschaffte Fahrplankonferenz wieder zu reaktivieren sei.