Nur 38 Stimmen lag Franz Vogt (CVP) nach dem ersten Wahlgang vor Monatsfrist vor dem parteilosen Heinz Giger. Da er das absolute Mehr verpasste, war ein zweiter Wahlgang nötig. In diesem konnte Vogt gestern den Abstand vergrössern und gewann mit 1743 Stimmern vor Giger (1435 Stimmen) und der Grünen Julia Gosteli (893 Stimmen).

Mit dem zweiten Wahlgang ist klar: Allschwil bleibt bürgerlich. Nicole Nüssli-Kaiser (FDP/Vize-Präsidentin), Arnold Julier (CVP), Robert Vogt (FDP), Christoph Morat (SP), Thomas Pfaff (SP), Franziska Pausa (SP) und Franz Vogt (CVP) heissen Allschwils Gemeinderäte bis zum Ende der Legislatur 2016.

BDP und SVP verzichteten für Vogt

Der Gemeinderat ist nach der Wahl Anton Laubers in den Regierungsrat nun wieder komplett. Frühestens am 9. Februar 2014 wählt Allschwil dann auch seinen neuen Präsidenten. Favoritin ist Vize Nicole Nüssli (FDP). Der FDP werden die Stimmen der CVP gewiss sein, unterstützten die Freisinnigen doch schon im ersten Wahlgang den CVPler Vogt.

Vogts Erfolg hat auch mit dem Zusammenhalt der bürgerlichen Parteien zu tun. Nach dem ersten Wahlgang zogen BDP und SVP ihre Kandidaten zugunsten von Vogt zurück. Die Bürgerlichen waren geeint.

Die Linke war dafür gespalten. Da war der alt Gemeinderat Giger, einst CVP- und SP-Mitglied, der im ersten Wahlgang Zweiter wurde. Hinter ihm lag damals wie gestern die Grüne Gosteli, die von SP und EVP unterstützt wurde. Sie verlor im zweiten Wahlgang gegen 300 Stimmen, weil wohl einige Linke Giger unterstützt haben. Man dachte wohl, damit eher Erfolg gegen die geeinten Bürgerlichen zu haben.

Gigers Politkarriere ist vorbei

Alle Taktiererei brachte nichts. Die Linke konnte die bürgerliche Mehrheit nicht kippen. Den Champagner köpfte Vogt. «Ich bin erleichtert, dass Allschwil bürgerlich bleibt, und dass sich der Aufwand gelohnt hat», resümiert er. Daran, dass ihn die Politik, wie während des Wahlkampfs, vom Hof fernhält, werde er sich gewöhnen müssen. Das Amt sei zeitintensiv, meint Vogt. Ein Nachbar, sein Bruder und seine Frau werden ihm auf dem Hof zur Hand gehen, sodass sich Vogt in sein Departement vertiefen kann. Welches er erhält, ist noch unklar. Er nehme, was er bekomme. Als Erstes möchte er zusammen mit seinen Ratskollegen die vielen Vakanzen in der Verwaltung angehen (bz berichtete).

Der zweitplatzierte Giger verabschiedet sich nun definitiv aus der Politik. Seine Resultat bezeichnet er als Achtungserfolg. «Ich habe zugelegt und ziehe mich nun guten Gewissens zurück», sagt der Parteilose. Er gefiel sich in der Rolle des Provokateurs, der mit seinem selbstbewussten Auftreten («Ich will Gemeindepräsident werden!»), aber ohne eine politische Heimat, überraschend viele Stimmen holte.

Verlierer sind die Linken, auch wenn Gosteli den Wahlkampf als gelungen bezeichnet und die Zusammenarbeit mit der SP und der EVP lobt. Die Chance für eine rot-grüne Mehrheit wurde deutlich verpasst. Die Linken dürften nun wohl weniger gut auf Giger zu sprechen sein. Gosteli wird sich jetzt auf ihr Landratsmandat konzentrieren. Sie schliesst allerdings nicht aus, zu einem späteren Zeitpunkt wieder für den Gemeinderat zu kandidieren.