Der Entscheid ist mit Spannung erwartet worden: Wen unterstützt die Baselbieter BDP, die sich im Landkanton so ziemlich in der Mitte des politischen Spektrums positioniert hat, bei den anstehenden Ständeratswahlen: den amtierenden Ständeherr Claude Janiak (SP), der dank einer umsichtigen Politik im Stöckli weit über die Parteigrenzen hinaus Sympathie und Anerkennung geniesst?

Den FDP-Landrat und Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser, der als Kandidat der Baselbieter Bürgerlichen SVP, FDP und CVP in gewisser Weise auch der logische Kandidat der bürgerlichen BDP darstellen würde? Oder Hans Furer, alt Landrat der GLP, mit der die BDP in den vergangenen vier Jahren im Kantonsparlament eine Fraktionsgemeinschaft bildete?

Die BDP-Mitglieder haben sich am Freitag in Liestal mit rund zwei Dritteln der Stimmen entschieden, Claude Janiak zu unterstützen. Überrascht zeigt sich nach der Versammlung vor allem Janiak selber: Mit diesem deutlichen Resultat hätte er nicht gerechnet, sagt er gegenüber der bz. "Ich freue mich aber sehr über die Unterstützung." Christoph Buser vereinigte rund ein Drittel der Stimmen der anwesenden BDP-Mitglieder, demgegenüber erhielt der selbst ernannte Mitte-Kandidat Hans Furer keine einzige Stimme.

«Kein Grund, Janiak abzuwählen»

Die BDP-Mitglieder honorieren Janiaks Leistungsausweis, sein Einsatz für die regionale Verkehrsinfrastruktur wie etwa die Rheinhäfen, sowie seine gesellschaftsliberale Haltung. "Wir sehen daher keinen Grund, Janiak am 18. Oktober abzuwählen", sagt Marc Bürgi, bis vor kurzem BDP/GLP-Fraktionschef im Landrat, stellvertretend für die Parteimitglieder. Man habe sich durchaus schwer getan, denn Christoph Busers wirtschaftsliberale Positionen stünden der BDP naturgemäss sehr nahe. "Buser ist bürgerlich und wir sind eine bürgerliche Partei", gibt Bürgi zu bedenken. Dass demgegenüber Hans Furer keinerlei Support seines früheren Fraktionspartners erhält, erklärt Bürgi so: "Wir haben bei ihm klare politische Ziele und ein klares Programm vermisst."

Dem Entscheid der BDP-Mitglieder vorausgegangen ist ein Hearing mit den drei Ständeratskandiderenden, wobei diese im angelaufenen Wahlkampf das erste Mal überhaupt aufeinander trafen. Janiak und Buser begegneten sich mit Respekt und unterliessen persönliche Angriffe auf den jeweils anderen. Derweil gefiel sich Hans Furer offensichtlich in der Rolle des Provokateurs und deckte vor allem FDP-Kandidat Buser mit Spitzen ein, was zwar unterhielt, aber die BDP-Mitglieder offensichtlich nicht überzeugte.

Auswirkung auf Listenverbindung?

Die deutliche Absage der BDP an GLP-Kandidat Furer kommt indes zu einem heklen Zeitpunkt: Bekanntlich buhlen CVP und BDP bei den Nationalratswahlen um eine Listenverbindung mit der GLP; diese soll helfen, den von CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter gehaltenen Mitte-Sitz abzusichern. Morgen Montag ist Meldeschluss für die Listenverbindungen. Die GLP hat sich bis dato nicht festgelegt und auch mit SP und Grünen geflirtet. "Wir hoffen schwer, dass sich die GLP in letzter Minute einen Ruck gibt und in der politischen Mitte bleibt", sagt dazu Marc Bürgi.