Der jüngste Buusner Bannumgänger schlummert im Kinderwagen, geschoben, abwechselnd, von Mutter und Vater. Ginge man die Grenzen noch heute so akkurat wie früher ab, wäre er wohl nicht mit dabei. Damals ging es durch Äcker und durchs Unterholz, erinnert sich Hugo Brodbeck, ehemaliger Rottenchef. Heute flaniert man entlang der Strassen und Feldwege: Der Banntag ist ein Tag der Familien geworden.

Vergleicht man mit anderen Banntagen im Kanton, fällt auf, dass hier überdurchschnittlich viele Familien mit Kindern mitmarschieren. Und Jugendliche. Auch wenn deren erstes Bier schon schäumte, bevor das Dorf richtig verlassen war, so sind sie sich einig: «Das Wandern gehört dazu, auch wenn wir zum Festen hier sind.»

Einer der grössten Banne

Doch zurück zum Abmarsch, respektive: zwei Minuten davor. Da sorgte nämlich die Fehlzündung eines der beiden Banntagsschützen für Erheiterung. Immerhin knallte sein Kollege in erwarteter Manier. Dann wurde tatsächlich abmarschiert. Besagte Jugendliche klagten keine fünf Minuten später schon ein erstes Mal über die Steigung, die den in Buus wohnhaften Neo-Regierungsrat Thomas Weber dazu zwang, seine Regenjacke um die Hüfte zu binden. Denn plötzlich drangen, auch wenn die Regenwolken noch dicht über Buus standen, einzelne Sonnenstrahlen auf die Wandernden hinab.

Aufgeteilt in zwei Rotten beschritt man die Hälfte des Bannes, die andere Hälfte wird im Folgejahr kontrolliert. Buus nämlich hat eine der grössten Gemeindeflächen im Kanton. Übers Breitfeld ging es mit der einen Rotte, über den Mühleberg, via Stockacker zur Seematte hinab, durchs Mettenholz schliesslich in den Laig, wo Wurst und Brot und heimische Weine warteten. Sitzgelegenheiten sucht der Durstige hier zwar nicht ganz vergebens. Allzu viele Bänke werden in Buus anlässlich des Banntags allerdings nicht errichtet. Es geht schliesslich um den Austausch, und der geht dem leichter von statten, der steht.

Banntag als Energiespender

Das begrüsst auch Thomas Weber, der im Schatten des Buchendachs seine Jacke wieder trägt. Wenn es passt, dann sei er auch am Banntag, selbstredend, «das gehört dazu. Und hier ist alles einfach gehalten, wie an einem Apéro. Man ist im Wald, und es sind viele Familien hier.» Auch seine Wurst isst man schlicht, kalt nämlich. Bis auf die kleine Gruppe, die ein Feuerchen entfachte.

Und wie fühlt er sich so, knappe zwei Monate vor seinem Amtsantritt in Liestal? Er vergleicht sich mit einem Rasierapparat, der auch dann noch laufe, wenn das rote Warnlämpchen schon leuchte. Heute würde wieder das grüne leuchten, versichert er. Auch das eben kann ein Banntag fördern.