Die Basler Verkehrsbetriebe sind ein beliebtes Sujet an der Basler Fasnacht, aber auch bei den Umzügen in den Agglomerations-Gemeinden. In Allschwil, Binningen und Birsfelden dürften die BVB beim Jahrgang 2016 wieder ein Thema sein, wenn auch aus wenig erfreulichem Anlass: Ab kommendem Jahr berechnet das Transportunternehmen den Gemeinden die Umleitungskosten, die ihm wegen der Fasnachtsumzüge entstehen, zum vollen Preis und nicht mehr pauschal (die bz berichtete). Der Aufschlag ist happig. So steigt etwa die Rechnung für Allschwil von bisher 6000 auf neu 23 000 Franken – fast eine Vervierfachung.

Nun kommen die BVB zumindest Allschwil etwas entgegen, wie eine Nachfrage bei der Gemeinde zeigt: Die BVB haben eine neue Offerte in der Höhe von 20 000 Franken ausgestellt; diese umfasst auch die Schulfasnacht. Deutlich günstiger weg als Allschwil kommen Binningen und Birsfelden. Wie Binningen mitteilt, haben die BVB der Verwaltung vorgerechnet, wie teuer sie die Umleitungen in diesem Jahr zu stehen kamen, auf den Franken genau: 17 756. Mit einem Betrag in dieser Dimension müsse die Gemeinde ab kommendem Jahr rechnen.

Differenzen sind riesig

Vergleichsweise ein Schnäppchen ist die Forderung, die Birsfelden erwartet: 6320 Franken kosten dort die Behinderungen des Tramverkehrs, exklusiv Mehrwertsteuer, wie der Gemeindeverwalter auf Anfrage schreibt. Bisher waren es, ebenfalls ohne Mehrwertsteuer, 3400 Franken.

Im Fall Allschwil gewährten die BVB den Discount nicht ganz freiwillig, sondern erst nach Intervention der Gemeinde. «Wir gehen aber davon aus», schreibt Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli, «dass dies noch nicht das letzte Angebot ist.» Für die Erhöhung könne sie «selbstverständlich wenig Verständnis aufbringen». Man werde mit den BVB nochmals das Gespräch suchen.

Die BVB wiesen bei früherer Gelegenheit darauf hin, dass ihnen die Hände gebunden seien: Der Regierungsrat habe dem Unternehmen auferlegt, bei Behinderungen die Mehrkosten ab 2016 den Verursachern vollumfänglich in Rechnung zu stellen – es seien folglich keine «Subventionen» mehr möglich.

Erfreulich an der Geschichte: Alle drei Umzüge sind vorerst gesichert. In Allschwil und Birsfelden kommt die Gemeinde für die Umleitungen auf; Binningen übernimmt die Entschädigung für die Schulfasnacht komplett, diejenige für den Umzug immerhin zur Hälfte. Das dortige Comité bleibt somit «nur» auf 6000 Franken sitzen. Wie die grossen Differenzen zwischen den Gemeinden zustande kommen, darüber schweigen sich die BVB aus. Das ist nicht weiter tragisch – zumindest die Schnitzelbänggler werden sich wohl ihren eigenen Reim auf die Chose machen. Mit grossem Vergnügen.