Die Bremswege sind länger, die Gefahr von Entgleisungen erhöht und der Verschleiss an den Fahrzeugen grösser – die Tramgleise der Linie 6 in Allschwil sind in einem miserablen Zustand. Lange kann das nicht mehr gut gehen. Darum liegt bei den BVB bereits jetzt ein fixfertiges Konzept in der Schublade, um den Trambetrieb zwischen Morgartenring und Allschwil Dorf durch Busse zu ersetzen. 2,5 Millionen würde diese Massnahme im Jahr kosten. Innerhalb von zwei Monaten könnte sie umgesetzt werden. Das erzählten Vertreter der BVB gestern Mittwoch vor dem Allschwiler Einwohnerrat.

Nötig sind solche Überlegungen, weil die meisten Komponenten der Gleise und der elektrischen Anlagen aus dem Jahr 1956 stammen. Die Lebensdauer beträgt eigentlich 40 bis maximal 50 Jahre. Dieser Wert ist längst überschritten. Aber der Kanton plant schon lange, die gesamte Baslerstrasse, auf der die Tramschienen verlaufen, zu sanieren. Deshalb haben die BVB mit der Erneuerung der Tramanlagen stets zugewartet. Zuletzt war von einem Baubeginn an der Baslerstrasse im 2015 die Rede. «Aber statt mit einem Spatenstich sind wir mit einem Scherbenhaufen ins 2015 gestartet», sagte gestern Ramon Oppikofer. Denn aus Spargründen hatte der Kanton die Sanierung doch noch verschoben – mindestens bis 2019.

Zuletzt war der Gleiszustand auf Höhe der Gemeindeverwaltung dermassen schlecht, dass die Trams dort nur noch zehn Kilometer pro Stunde fahren konnten. Kurzfristig sprach der Kanton Geld für Notmassnahmen. Mittlerweile ist der 70 Meter lange Abschnitt saniert, zurzeit wird auf weiteren 57 Metern der Gleise gearbeitet. 0,4 Millionen haben diese beiden Notsanierungen den Kanton dieses Jahr gekostet. Von 2005 bis 2014 wurden schon 5,7 Millionen für Überbrückungsmassnahmen ausgegeben und nun verlangt eine Landratsvorlage weitere 6,5 Millionen für die Sanierung bis 2020. Diese muss im ersten Quartal des nächsten Jahres zur Abstimmung kommen und vom Landrat bewilligt werden, damit die BVB im Frühjahr 2016 mit den Sanierungsmassnahmen beginnen können. Sollte das nicht passieren, «wirds kritisch», wie BVB-Sprecherin Claudia Demel dem Allschwiler Parlament erklärte. Dann würde wohl der Busersatz zum Tragen kommen.

Nach der Information durch die BVB beschäftigte sich der Einwohnerrat unter anderem mit dem Thema Plakatierung. Künftig sollen Parteien in Allschwil nicht mehr wild plakatieren dürfen, sondern nur noch die offiziellen Anschlagstellen der Gemeinde benutzen. Der Gemeinderat legte dem Parlament gestern ein entsprechend angepasstes Reglement vor. Für die Beschlussfassung reichte es zwar nicht mehr, viele Fraktionen äusserten sich aber bereits positiv über die geplante Änderung.