«Wir fahren seit 27 Jahren erfolgreich mit der Einsatzlinie 17 vom Leimental ins Kleinbasel, und das soll auch so bleiben.» Andreas Büttiker, Direktor der Baselland Transport (BLT) AG, wiederholte gestern, was am Tag zuvor schon «sein» Verwaltungsrats-Präsident klar gestellt hatte: An der Generalversammlung sagte André Dosé, die BLT denke nicht daran, die Linie 17 mit den Basler Verkehrsbetrieben (BVB) zu teilen oder gar ganz an diese abzugeben, wenn der Margarethenstich 2017 in Betrieb genommen wird.

BVB fühlen sich im Recht

Bei den BVB lässt man sich vom «Korb» aus dem Landkanton nicht beirren: «In der Schweiz ist der gesamte öffentliche Verkehr grundsätzlich partnerschaftlich organisiert», lässt die Medienstelle am Claragraben verlauten. Und weiter: «Es bleibt zu hoffen, dass auch in diesem Thema dieser Grundsatz gewahrt wird.» Die BVB beruft sich dabei auf geltendes Gesetz: Man sei «nach wie vor überzeugt, dass eine Lösung auf Basis des Staatsvertrags beiden Seiten dienlich ist.»

Ob ein gemeinsamer Betrieb des 17ers besagtem Vertrag aus dem Jahr 1982 entspricht, ist jedoch so eindeutig nicht. Denn dieser legt im Grundsatz nur die Regeln fest, wie die Leistungen, die ein Tramanbieter auf fremdem Kantonsgebiet erbringt, abgegolten werden. Das ist heute bereits gang und gäbe.

Mit der neuen Linienführung würde der 17er nicht mehr durch die Innenstadt zum Wiesenplatz fahren, sondern neu die Paradestrecke Bahnhof SBB - Messe - Badischer Bahnhof bedienen - und damit die BVB-Linien 1 und 2 konkurrenzieren. Vor diesem Hintergrund wird das Gebaren der Städter nachvollziehbar. Genau dieses Argument will Büttiker aber nicht gelten lassen: «Sollten wir ein Fahrgastwachstum verzeichnen und somit Mehreinnahmen erzielen, werden diese gemäss geltenden Regeln vollumfänglich dem Kanton Basel-Stadt zugeteilt.»

Derzeit liegt das Geschäft bei den Regierungen der beiden Vertragskantone. Eines ist klar: Der Margarethenstich ist bloss 250 Meter kurz - die Kontroverse, die er ausgelöst hat, wird sich hingegen enorm in die Länge ziehen.