Peter Rellstab vom Camping Neuhaus in Läufelfingen hat sich die Hochsaison nicht so vorgestellt: «Im Moment ist es extrem. Praktisch keine Touristen finden den Weg zu uns.» Rellstab bietet insgesamt 50 Stellplätze an, 20 davon sind für spontan vorbeifahrende Gäste gedacht. Vor allem diese bleiben momentan aus – trotz Hauptsaison. «Der Franken spielt dabei garantiert eine Rolle», ist sich Rellstab sicher. Allerdings scheint der Läufelfinger Campingplatz auch sonst zu schwächeln: Schon der Frühling sei trotz schönstem Wetter schlecht ausgefallen.

«Die Auslastung nimmt seit einigen Jahren ab», gesteht denn auch Rellstab, der sein Geld hauptsächlich als Bauer verdient. Zudem betrifft es nicht nur die Touristenplätze: «Bei den Standplätzen sind zuletzt einige der langjährigen Mieter gestorben. Diese zu ersetzen, wird immer schwieriger.» Ein spezifisches Problem des Läufelfinger Platzes könnte sein, dass er nicht gut ausgeschildert ist. Rellstab: «Die Touristen benutzen immer öfter die Autobahn und sehen uns gar nicht.»

Hoffen auf den Wetterumschwung

Der Blick auf die gesamtschweizerische Situation der Campingplatz-Betreiber zeigt allerdings: Läufelfingen ist mit seinen Sorgen nicht allein. «Das schlechte Wetter und der starke Franken haben vielen den Hauptsaisonstart vermiest», sagt Florian Ballmer. Der Zentralpräsident des Schweizer Campingplatzverbands Swiss Camps vermutet, dass sich viele Touristen wegen der Währungsvorteile momentan für unsere Nachbarländer entscheiden.

Zumindest das Drei-Länder-Camp in Lörrach bestätigt dies nicht: «Dieser Sommer unterscheidet sich nicht von anderen Jahren: Die Belegung ist sehr gut. Auch die Herkunft unserer Gäste hat sich nicht verändert», sagt Camp-Betreiber Klaus Bahner. Einen Währungseffekt könne er nicht feststellen. «Das nasskühle Wetter schadet fast noch mehr», krebst Ballmer etwas zurück. Er leitet selbst einen grossen Campingplatz in Interlaken. Von den 90 Touristenplätzen seien aktuell höchstens ein Drittel belegt. Dabei sei es im Juni noch überdurchschnittlich gut gelaufen. Aber: «Keine noch so gute Vorsaison kann eine schlechte Hauptsaison retten», so Ballmer.

Trotz wenig verheissungsvoller Prognosen hofft er nun auf eine längere Schönwetterphase. Dagegen hätte auch Roger Leisinger nichts. Der Betreiber der Reinacher Anlage «Waldhort» verzeichnet in den letzten Monaten stark schwankende Gästezahlen. Auf einen äusserst schlechten Mai folgte ein guter Juni. «Und der Juli muss noch deutlich anziehen», sagt Leisinger. Nach zwei Dritteln des Monats wurden erst 1200 Übernachtungen gebucht. Im Juli des Vorjahres waren es am Ende 2600. Leisinger bleibt jedoch optimistisch und hofft auf die zwei noch ausstehenden Wochenenden.

Stellplatz günstiger als Wohnung

Deutlich besser sieht es in Dittingen, Bubendorf und Hochwald aus. Die Betreiber der Anlagen vermelden hohe Auslastungen. Allerdings weisen sie alle einen hohen Anteil fixer Saisonplätze auf, der naturgemäss weniger Schwankungen unterliegt. Ronald Scherrer vom «Dittinger Rank» bringt die Währung doch noch ins Spiel: «Deutsche Arbeiter nehmen immer öfter lieber bei mir einen günstigen Stellplatz, als sich teuer irgendwo ein Zimmer zu mieten.»