Doch es ist nicht Beyeler und seine Buss Immobilien AG, die das Gebäude hochziehen werden, sondern die Credit Suisse. Am Montag erwarb deren Immobilienfonds «REF Living Plus» das Grundstück an der Ecke Hohenrainstrasse und Gallenweg in Pratteln, auf dem das Gebäude erstellt werden soll; das gab die Grossbank gestern bekannt.

Die Credit Suisse wird auch als Investorin und Bauherrin fungieren. Das Anlagevolumen betrage 75 Millionen Franken, teilt die CS mit; über den Verkaufpreis haben die Vertragsparteien jedoch Stillschweigen vereinbart.

Auch die neue Eigentümerin will beim Prattler Bahnhof hoch hinaus: Die Höhe des Ceres-Turm beziffert die CS mit 82 Metern – so hoch ist derzeit kein anderes Gebäude im Kanton Baselland.

90 Wohnungen und Büros

Als Baustart gibt die Bank «Frühling 2015» an, bezogen werden sollen die Räume im zweiten Halbjahr 2017. Geplant sind auf den 25 Etagen insgesamt 90 Wohnungen sowie Büroräume. Noch bis vor wenigen Wochen wurde in Pratteln darüber spekuliert, ob der Ceres-Tower gebaut wird oder nicht. Den Quartierplan dazu genehmigte der Einwohnerrat bereits im Dezember 2011, der Grundstein hätte 2013 gelegt werden sollen. Die Baubewilligung war erteilt, das Gelände stand bereit – doch es passierte nichts.

«Wir haben schon vor einiger Zeit entschieden, dass wir das Projekt nicht selber realisieren und stattdessen verkaufen», sagt Thomas Jetzer, Geschäftsleiter von Buss Immobilien, auf Anfrage. «Die Suche nach einem Investoren brauchte dann etwas Zeit.» Die CS sei eine der Hausbanken der Buss Immobilien AG und somit als Käuferin prädestiniert gewesen. Laut Jetzer wird sich Buss nun auf ihr Kerngeschäft, die Vermietung und Bewirtschaftung des Buss Industrieparks, konzentrieren; dieser liegt gleich neben dem Ceres-Grundstück. Trotzdem bleibt Buss beim Ceres-Tower involviert: Das Unternehmen wird die Erstvermietung der Geschäftsräume und deren Parkplätze übernehmen – «auf Wunsch der CS», wie Jetzer ergänzt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Buss Immobilien ein baufertiges Projekt verkauft. Auch «Ceres Living» gab das Unternehmen ab. «Ceres Living» besteht aus zwei länglichen Riegeln mit Wohnungen, die gleich neben dem zukünftigen Turm stehen, und wie dieser stammen sie aus der Feder des Zürcher Architekturbüros Atelier WW. Der Bezug der insgesamt 136 Wohnungen ist in vollem Gange. Weiterer Wohnraum entstehet in Pratteln derzeit mit dem Aquila-Turm (66 Meter) beim Bahnhof sowie mit dem Helvetia-Turm (75 Meter), rund 200 Meter östlich davon. Bei beiden ist der Rohbau fertig.

Ursprünglich war geplant, dass gleich vor dem Ceres-Turm eine Tramhaltestelle erstellt wird. Die geplante Verlängerung der Linie 14 über den Bahnhof Pratteln und das Grüssen-Gebiet nach Salina Raurica führt am Areal vorbei. Laut dem Prattler Gemeindepräsidenten Beat Stingelin steht jedoch noch nicht fest, ob die Geleise entlang des Gallenwegs unterirdisch oder oberirdisch geführt werden. Die Federführung liegt beim Kanton. «Doch es ist der Wunsch des Gemeinderats, dass das Tram dort in einen Tunnel zu liegen kommt», sagt Stingelin. Dies, damit der Kreisel Gallenweg/ Hohenrainstrasse nicht zusätzlich belastet wird.

CS plant noch höher

Vorerst jedoch freut sich Stingelin, dass es nun auch beim dritten Hochhaus-Projekt in seiner Gemeinde vorwärts geht. Alleine dank der drei Hochbauten dürfe Pratteln mit rund 1000 neuen Einwohnern rechnen.

Der Ceres-Turm könnte jedoch rasch als höchstes Gebäude im Baselbiet abgelöst werden. Denn in Münchenstein ist ein 100 Meter hoher Turm im Gespräch. Die Bauherrin dort: eine Anlagegruppe der Credit Suisse.