Es ist einer der Fälle, der jahrelang in den Schubladen der Baselbieter Staatsanwaltschaft lag, nun soll er zum Abschluss gebracht werden: Drei Männer dachten im März 2009, sie hätten mit dem Kauf zweier dubioser Checks das grosse Los gezogen.

Ein heute 51-jähriger Belgier sowie ein 46-jähriger Italiener sind irgendwann zwischen Januar und März 2009 nach Paris gefahren, um dort von einem mysteriösen Afrikaner Checks zu kaufen. Wer von den beiden darüber wie viel wusste, und was an den Checks bereits ausgefüllt war, wussten die beiden am Montag vor dem Strafgericht in Muttenz nicht mehr so genau. Beide leben heute von der Sozialhilfe. Auch darüber, weshalb ein Kumpel von ihnen schliesslich die Checks zur Bank bringen sollte, gab es vor Gericht unterschiedliche Versionen.

Der dazu auserwählte 34-jähriger Chauffeur brachte schliesslich einen Check über jeweils rund 140 000 Euro sowohl zur Basler Kantonalbank sowie zur UBS, da er dort Konten hatte. Eine Gutschrift gab es nie, wenige Wochen später informierten beide Banken den Kontoinhaber, dass die Schecks gestohlen seien.

Der Diebstahl hatte es in sich

Tatsächlich stammten die beiden Checks aus einer Lieferung der französischen Bank Crédit Agricole, die im Januar 2009 auf dem Speditionsweg vom Hersteller zur Bank verschwunden sind. Der Diebstahl geschah in einem Kaff in der Nähe der Hafenstadt La Rochelle in Westfrankreich und hatte es in sich: Es war ein Paket von 147 Checkheften mit insgesamt 6908 echten Checks.

Was mit den restlichen Checks geschah, ist unbekannt, für die beiden Checks hatten die Männer in Paris offenbar 1500 Euro bezahlt. Doch das Trio ist nun wegen Urkundenfälschung und versuchten Betrugs angeklagt, der Chauffeur auch zusätzlich wegen Hehlerei.

Zusätzlich soll der Mann auch einmal eine grosse Portion von 700 Gramm Amphetamin als Kurier in Basel überbracht haben. Schwerer wiegt allerdings der Vorwurf, dass er im Jahr 2007 für einen befreundeten Bauunternehmer immer wieder Beträge von 10 000 bis 15 000 Franken in Euro gewechselt haben soll und dafür jeweils 300 Franken erhalten habe.

Laut der Staatsanwaltschaft stammte das Geld aus dem Drogenhandel, der Chauffeur habe sich damit der Geldwäscherei schuldig gemacht. «Er hat mir gesagt, er müsse Material in Deutschland einkaufen für sein Baugeschäft. Später habe ich ihn einmal gefragt, ob er etwas mit Drogen zu tun habe. Er sagte Nein, und ich habe ihm geglaubt», verteidigte sich der 34-Jährige vor Gericht dagegen.

Staatsanwältin Ramona Grabenstätter forderte für ihn eine teilbedingte Strafe von 32 Monaten, davon 6 Monate unbedingt. Die zwei anderen Männer sollen bedingte Freiheitsstrafen von 16 und 14 Monaten erhalten. Das Urteil fällt heute Dienstag.