Christoph Buser, welche Bedeutung hat der Entscheid der Staatsanwaltschaft für die Baselbieter Wirtschaftskammer?

Christoph Buser: Grundsätzlich hat sich für uns durch diesen Entscheid nicht viel geändert. Für uns war immer klar, dass die Allgemeinverbindlicherklärungen der fraglichen Gesamtarbeitsverträge bis Ende 2017 gegolten haben. Schliesslich werden diese vom Seco abgenommen und auch auf deren Homepage publiziert. Die Spielregeln waren also stets für alle klar ersichtlich und relativ einfach zu verstehen. Wenn die Baselbieter Staatsanwaltschaft die Vorwürfe innert weniger Tage abklären kann, dann zeigt das doch nur, wie absurd diese waren.

In der Medienmitteilung der Wirtschaftskammer kritisieren Sie das Kiga scharf. Welche politische Forderung stellen Sie nun an den Kanton?

Es liegt nicht an mir, jetzt irgendwelche Forderungen zu stellen. In diesem Fall hat auch Thomas Weber Schaden genommen. Er muss wissen, wie er in seiner eigenen Direktion damit umgeht. Ich jedenfalls könnte nicht nachvollziehen, wenn nach solchen wiederholten und krassen Fehlleistungen des Amts nicht endlich für Ordnung gesorgt würde.

In derselben Medienmitteilung holt die Wika einmal mehr zum Rundumschlag gegen die regionalen Medien aus. Machen Sie es sich da nicht zu einfach?

Ich finde nicht. Fakt ist, dass massive Vorverurteilungen vorgenommen worden sind, ohne uns vorher anzuhören. Vieles ist wider die Faktenlage als bare Münze veröffentlicht worden, weswegen ich unsere Reaktion angemessen finde.

Sie kündigen rechtliche Schritte gegen gewisse Medien an. Welche Schritte?

Gewisse Schritte sind schon eingeleitet, andere sind in Abklärung. Wir sehen unsere Rolle darin, unsere Unterorganisationen gegen solche medialen Angriffe mit allen Mitteln zu schützen.

Wie soll es jetzt zwischen Ihnen, der Volkswirtschaftsdirektion und dem Kiga weitergehen?

Wir sind sehr daran interessiert, mit dem Kiga wieder zu einem vernünftigen gegenseitigen Umgang zurückzufinden. Das ist aber mit jenen Kiga-Kaderleuten, die mit den Dossiers der Schwarzarbeitskontrollen betraut sind, schlicht nicht möglich. Vor allem geht uns jetzt aber auch darum, dass die Allgemeinverbindlichkeitserklärungen der GAV in den Branchen Maler, Gipser und Dach/Wand möglichst schnell wieder instand gesetzt werden. Dass Thomas Webers Direktion jetzt ankündigt, diesen Prüfprozess mit externen Fachleuten anzugehen, ist für uns der entscheidende Punkt.