Die Clariant-Tochterfirma Infrapark Baselland soll in neue Hände übergehen. Mit Getec kauft ein deutsches Unternehmen die Firma. Auch Novartis gibt einen Teil seiner Immobilien auf dem benachbarten Schweizerhalle-Areal an Getec ab. Das Unternehmen ist ab 2019 für den Betrieb des Standorts zuständig, teilte es am Montag mit. Den Kaufpreis wollten Clariant, Novartis und Getec nicht nennen. 

Sowohl Clariant als auch Novartis betonen, dass ihre Produktion auf dem Areal verbleiben werden. Fest steht aber: Die Verbindung der beiden grossen Firmen Clariant und Novartis zur Region wird kleiner. Vor allem Clariant zieht sich bereits seit Jahren aus dem Baselbiet zurück. Obwohl sich der Hauptsitz des Konzerns in Muttenz befindet.

Immer weniger Mitarbeiter

Mit dem Verkauf der Betriebsgesellschaft in Muttenz sind ab dem neuen Jahr noch 530 Mitarbeiter von Clariant in der Schweiz tätig, davon 400 in Muttenz und 130 in Pratteln. Weltweit beschäftigte Clariant Ende 2017 mehr als 18'000 Mitarbeiter. Die Verbindung zur Schweiz sinkt stetig: 2010 waren hier noch rund 1400 Mitarbeiter beschäftigt.

Anders als bei Clariant bleibt der Produktionsstandort in Schweizerhalle im Besitz von Novartis. Der Standort von Novartis wird in Zukunft aber auch an Wichtigkeit einbüssen. Der im September angekündigten Abbau von 2100 Stellen trifft Schweizerhalle: Dort arbeiten künftig nur noch etwas mehr als 200 Mitarbeiter.

Regierungsrat Thomas Weber gratuliert in einer Mitteilung zum Verkauf. Die Voraussetzungen für einen sich gut entwickelnden Industriepark seien damit geschaffen, sagt er. Die Wirtschaftskammer Baselland sieht im Kauf eine Chance. «Wir haben ein grosses Interesse daran, dass die in der Region ansässigen Chemie- und Pharmaunternehmen hierbleiben und die für sie notwendige Infrastruktur vorfinden», schreibt der Verband. Mit Getec scheine ein professioneller Betreiber für den Infrapark gefunden worden zu sein, der ansässigen Firmen und auch neuen Unternehmen eine gute Perspektive bieten könne. Das betonen auch Clariant und Novartis: Mit dem Verkauf soll der Standort Schweizerhalle «gestärkt» werden.

Die Infrapark Baselland AG wurde im Zuge eines Abbaus gegründet, als Clariant auf Ende 2012 Teile der Produktion ins Ausland verlagerte. Deshalb sind in Muttenz Flächen freigeworden, die über den Infrapark an andere Firmen vermietet wurde. So entstanden wieder Jobs auf dem Areal. Die Dienstleistungen für den Betrieb bündelte Clariant in der Tochterfirma. Der Infrapark war in der Folge ein Erfolg. Rund 200 Jobs wurden neu angesiedelt. So bauten Firmen wie Bayer aber auch KMU aus dem Life-Science-Bereich Niederlassungen in Muttenz auf.

«Attraktive Zukunftsperspektive»

Die Infrapark Baselland wird zu 100 Prozent an Getec gehen. Clariant verbleibe aber als Mieter in Muttenz. Rund 210 Mitarbeiter wechseln damit den Arbeitgeber: von Clariant zu Getec. Oliver Kinkel, Leiter Region Europa bei Clariant, verspricht den betroffenen Mitarbeitenden, dass dieser Schritt eine «attraktive Zukunftsperspektive» eröffne.

Getec mit Sitz in Magdeburg ist vor allem in Deutschland aktiv. Sie ist in der Industrie- und Immobilienbewirtschaftung tätig und betreibt weitere Industrieparks, etwa in Kiel . Im Baselbiet wird Getec künftig die Energieversorgung sowie die Logistik auf dem Gelände anbieten.