Der Baselbieter Ständerat Claude Janiak (Foto) hört auf. Der 70-jährige SP-Politiker trete im Herbst nicht mehr an, teilte seine Partei am Dienstag mit. Die Baselbieter SP will den einzigen Baselbeiter Sitz in der kleinen Kammer mit einer eigenen Kandidatur verteidigen.

Claude Janiak vertritt den Kanton Baselland seit 2007 im Ständerat. Zuvor gehörte der promovierte Jurist während acht Jahren dem Nationalrat an, den er 2006 präsidierte. Vor seiner Tätigkeit im Bundeshaus hatte Janiak auch auf kommunaler und kantonaler Ebene politisiert. Als Politiker habe Janiak so einflussreich wie kaum ein anderer die regionalen Interessen in Bern eingebracht, hält die SP Baselland in ihrer Mitteilung fest. Die Partei dankt ihm für sein «immenses, jahrzehntelanges Engagement».

Kommt es zu einem Dreikampf?

Über den Rücktritt des SP-Ständerats wird schon seit Monaten spekuliert. Janiak hatte jedoch immer gesagt, dass er sich erst nach den Baselbieter Gesamterneuerungswahlen zu seinen Plänen äussern werde. Am Wochenende hat die Baselbieter SP nach vierjähriger Zwangspause mit Kathrin Schweizer die Rückkehr in die Regierung geschafft. Gleichzeitig hat die SP am Wochenende mit einem Sitzgewinn die SVP als stärkste Partei im Landrat abgelöst.

Für die SP ist nun klar, dass sie in dieser Position den einzigen Baselbieter Sitz in der kleinen Kammer verteidigen will. Die Nomination eines Kandidaten oder einer Kandidatin ist auf 4. Mai terminiert. In der Poleposition dürfte der Liestaler Nationalrat Eric Nussbaumer stehen.

Damit zeichnet sich bereits heute ein Wahlkampf zwischen der SP und den Grünen ab. Diese haben schon Ende Februar Nationalrätin Maya Graf als Ständeratskandidatin nominiert – unter dem Vorbehalt, dass Claude Janiak nicht mehr antritt. Mit wem die Bürgerlichen ins Rennen steigen, ist noch offen. Gemeinhin gilt FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger aus Thürnen als wahrscheinlichste Kandidatin.