Gleich mit zwei dringlichen Vorstössen zur angedachten gemeinsamen Spitalgruppe des Kantonsspitals Baselland und des Universitätsspitals Basel wird sich am Donnerstag der Landrat beschäftigen. Bei einem handelt es sich um ein dringliches Postulat von CVP-Präsident Marc Scherrer, welches der bz vorliegt. Darin bittet er den Regierungsrat, eine Privatisierung des Bruderholzspitals anzudenken. «Das Führen eines Ambulatoriums ist für mich nicht zwingend Kantonsaufgabe», erläutert der Landrat gegenüber der bz. «Eine Privatisierung müsste zumindest geprüft werden.» Dies machen zurzeit auch andere Kantone wie Aargau und Zürich. In der Fragestunde wird Scherrer am Donnerstag noch etwas weiter gehen. Dort will er sich erkundigen, ob nicht gleich eine Privatisierung aller Baselbieter Spitäler denkbar wäre.

Eine dringliche Interpellation in Sachen Spital einreichen wird am Donnerstag SP-Co-Präsidentin Regula Meschberger. Sie hat sich basierend auf den Geburtszahlen 2014 aus beiden Basel ausgerechnet, dass nach der Auslagerung der Gynäkologie vom Bruderholz ans Bethesda für rund 250 Geburten nirgends mehr Kapazitäten vorhanden wären. Unter anderem deshalb möchte sie von der Regierung wissen, wie die Grundversorgung im Bereich Gynäkologie weiter gewährleistet sein soll.

Auch Ärztegesellschaft mit Kritik

An seine Mitglieder sowie an die Entscheidungsträger bei Kantonen und Spitälern hat sich am Dienstag die Ärztegesellschaft Baselland gewendet. Der bz liegt ein Schreiben vor, in dem diese betont, dass sie die Prüfung einer Spitalgruppe begrüsse. Gleichzeitig meldet sie jedoch Bedenken an: Unter anderem glaubt sie, dass durch einen Wegfall der Notfallstation auf dem Bruderholz das Problem der bereits überlasteten Notaufnahmen weiter verschärft würde. Ausserdem deute alles auf ein Wachstum genau jenes Bevölkerungssegments hin, um das sich zurzeit das Bruderholz stationär kümmere. Auch bei der Tagesklinik sieht die Ärztegesellschaft mehrere Mängel, etwa dass diese ohne stationäre Betten gar nicht zu realisieren sei, da sich oft erst während einer Operation entscheide, ob der Patient nicht doch stationär behandelt werden müsste. Die Ärztegesellschaft stellt dazu Alternativszenarien in Aussicht.