Die Kritik an Regierungsrat Peter Zwick (CVP) reisst nicht ab. Die Frage nach seinem Rücktritt steht offen im Raum, nur nicht bei seiner Partei; jedenfalls nicht offiziell. Egal, wen man anfragt, die Reihen bleiben geschlossen - eng geschlossen: Kein Kommentar zu einem allfälligen Rücktritt, heisst es von allen Seiten, Zwick sei bis 2015 gewählt, basta!

Anton Lauber Favorit?

Leicht genervt reagiert Parteipräsidentin Sabrina Mohn auf die Rücktrittsfrage. Sie ist es offenbar Leid, die Frage nach möglichen Nachfolgern für «ihren» Regierungsrat zu beantworten: «Es ist niemand zurück getreten. Und es hat auch niemand vor, das zu tun. Die Partei steht hinter ihrem Regierungsrat.»

Trotzdem dreht hinter den Kulissen das Kandidatenkarussell munter weiter. Immer wieder fällt der Name Anton Lauber. Der Anwalt hat als Allschwiler Gemeindepräsident viel Exekutiverfahrung sammeln können, und auch im Landrat ist er über die Parteigrenzen hinaus beliebt.

Lauber wäre Favorit – bei einer Vakanz

Das ist auch bei seinen Parteikollegen nicht unbemerkt geblieben. Für Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter wäre Lauber der Favorit für die Baselbieter Exekutive, aber - so betont Schneider mit Nachdruck - erst in Hinblick auf eine Vakanz oder auf die Gesamterneuerungswahlen 2015: «Er könnte Mehrheiten schaffen.»

Der Angesprochene selbst gibt sich erstaunlicherweise etwas offener - Lauber: «Es ist jetzt keine Überreaktion angebracht, denn es gibt noch keine Vakanz. Dennoch wird der Vorstand verschiedene Szenarien prüfen und entsprechende Strategien entwickeln. Mehr gibt es aber nicht zu sagen.»

Interessant ist, dass die BaZ nicht Lauber, sondern Schneider als Favoritin für eine Zwick-Nachfolge genannt hat - ein Umstand, der ihr nicht ganz behagt: «Die CVP hat einige valable Kandidatinnen und Kandidaten. Ich weiss nicht, wie man auf mich als Favoritin kommt. Mir gefällt es im Nationalrat sehr gut, ich hege keinerlei Absichten, von Bern auf Liestal zu wechseln.»

«Schlechte politische Kultur»

Heute Mittwochabend hält die Kantonalpartei in Liestal ihren 4. Parteitag ab. «Wer hofft, dass wir Namen von potenziellen Nachfolgern nennen, wird mit Sicherheit enttäuscht werden», sagt Mohn, «wir werden jedoch die Gelegenheit nutzen, eine Stellungnahme abzugeben - und zwar über die schlechte politische Kultur, die im Baselbiet immer mehr Einzug nimmt. Wir kritisieren das Kesseltreiben gegen Zwick aufs Schärfste.»
Zwick mag politisch auf der Abschusslinie stehen, auf seine Partei kann er jedoch zählen - vorerst.