Seit dem Sonderparteitag der Baselbieter FDP von Donnerstagabend gibt es sie wieder: die Büza - die bürgerliche Zusammenarbeit. Denn das Bekenntnis der FDP, bei den Wahlen vom
3. März den SVP-Kandidaten zu portieren, sich dafür aber die Hilfe bei den Wahlen von Regierungs-, National- und Ständerat 2015 zu sichern, gilt auch für die CVP.

Deren Parteitag findet erst am 24. Januar statt, doch Präsidentin Sabrina Mohn hat bereits betont, dass sie den Anspruch der SVP auf einen Regierungssitz anerkennt und dank einer bürgerlichen Allianz 2015 den eigenen CVP-Regierungs- und Nationalratssitz verteidigen möchte.

Dass die CVP durch diese neue Allianz dem ebenfalls noch jungen Pflänzchen der «Starke Mitte»-Koalition mit GLP, BDP und EVP in den Rücken fällt, streitet Mohn zwar ab und betont: «Die beiden Allianzen schliessen sich nicht aus. Es ist keine Absage an die Mitte.»

Die Allianz für 2015 sei noch nicht in Stein gemeisselt. Zumindest die CVP könne sich durchaus vorstellen, neben SVP und FDP dann auch GLP, BDP und EVP mit an Bord zu nehmen. Diese drei - allen voran die GLP - goutieren die Taktiererei der CVP allerdings nicht: «Ich verurteile diesen Zickzack-Kurs. Er ist weder gradlinig noch nachhaltig», sagt GLP-Präsident Hector Herzig zur bz.

Harsche Kritik von der GLP

Er spricht von Vertrauensbruch, reinem Opportunismus und einem Crashkurs gegen die neue Mitte. «Bei den letzten Landrats- und Nationalratswahlen 2011 war die CVP schliesslich auch dankbar für unsere Hilfe.» BDP-Präsidentin Marie-Therese Müller befürchtet derweil, dass die BDP ohne CVP bei Wahlen künftig kaum mehr wahrgenommen wird: «Eigentlich wäre für uns auch denkbar gewesen, den SVP-Kandidaten zu unterstützen, doch nun gehen wir wohl mit der GLP, damit wir 2015 nicht plötzlich alleine dastehen.» Der «starken Mitte» sagt sie nur noch in der Fraktionsarbeit im Landrat eine Zukunft voraus.

Am zurückhaltendsten äussert sich Fraktionspartner EVP. Präsident Urs von Bidder geht davon aus, dass die Parteibasis für den 3. März Wahlfreigabe beschliessen wird. «Für uns ist zum Beispiel SP-Mann Eric Nussbaumer als bekennender Christ durchaus wählbar.» Gleichzeitig könne eine kleine Partei wie die EVP kaum Ressourcen für einen Wahlkampf mit GLP-Kandidat Gerhard Schafroth freischaufeln. Dass die CVP sich nun längerfristig an FDP und SVP bindet, will er noch nicht recht glauben: «Die Zeit der absoluten Büza ist vorbei. Die starke Mitte wird länger Bestand haben.»

FDP-Imber will CVP ausschliessen

Ginge es nach CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter, gilt die Büza nur für diese Ersatzwahl. Denn: «Wenn wir nur mit SVP und FDP in die Nationalratswahlen 2015 gehen, ist mein Sitz verloren.» Sie bedauert den Alleingang der GLP, die sich nun verheize, anstatt in zwei Jahren «durchaus Chancen auf einen Regierungssitz» zu haben. Wie lange die Büza hält, hängt auch von FDP und SVP ab. FDP-Landrat Siro Imber hat eine klare Meinung: «Die CVP hat eigentlich nichts in einer bürgerlichen Allianz verloren.»

Dies, weil die Partei nur noch dem Namen nach bürgerlich sei. Für Imber wäre es demnach auch kein Problem, die CVP 2015 aus der Regierung zu kippen: «Wir haben viel bessere Freisinnige für diesen Sitz.» Mohn nennt Imber zwar einen Einzelkämpfer, doch sowohl Herzig wie Müller warnen: «Die FDP ist kein verlässlicher Partner.»