Szenen wie im Hollywood Actionfilm – sie werden sich Ende Mai im Autobahntunnel Schönthal abspielen. Aber glücklicherweise werden sie, wie im Film, nur gestellt sein. Am Donnerstag, 28. Mai, übt der Kantonale Krisenstab Basel-Landschaft (KKS) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz den Ernstfall. Dazu ist der Tunnel Schönthal der A22 Richtung Pratteln ab Einfahrt Liestal Nord für zwölf Stunden gesperrt. «Die Übung ‹CRASH› geht von einem Verkehrsunfall im Autobahntunnel Schönthal (Schnellstrasse A22) mit Verletzten aus», heisst es in der Medienmitteilung.

Ähnlich wie im Film, wird ein Heer von Protagonisten und Statisten eine Massenkarambolage simulieren. Laut Doris Walther, Leiterin Informationsdienst des KKS, werden rund 300 Einsatzkräfte und 100 Figuranten, Statisten also, im Einsatz stehen. Einige Hauptakteure sind laut Doris Walther, folgende Organisationen: die Kantonale Zivilschutzkompanie, die Polizei Basel-Landschaft, die Feuerwehr Pratteln, die Stützpunktfeuerwehr Liestal, die Sanitätsdienste Baselland, sowie verschiedene Dienste des KKS.

Statisten spielen Verletzte

Es brauche einige Stunden vor und nach der Übung, um das «Echtszenario» auf- und abzubauen. Deshalb ist die Tunnelröhre von 15 Uhr am Donnerstag bis 5 Uhr am Freitag in der Früh gesperrt. Die eigentliche Übung findet gemäss Walther von 19.30 bis ungefähr 23 Uhr statt. Als Vorbereitung müssten beispielsweise die vermeintlichen Unfallfahrzeuge im Tunnel platziert werden. Zudem würden die Figuranten vorbereitet. «Sie tragen alle ein Schild um den Hals, das den Einsatzkräften mitteilt, welche Verletzungen sie haben», so Walther. Dabei handle es sich nicht ausschliesslich um physische Verletzungen, es gebe auch Statisten, die zum Beispiel einen Schock simulieren.

Sicherheit geht vor

Die Tunnelröhre von Liestal Richtung Pratteln während 12 Stunden zu sperren, sei durchaus gerechtfertigt, sagt Walther. «Es geht schliesslich um die Sicherheit. Wir müssen die Sicherheitsplanung des neuen Tunnels prüfen.» Dazu sei es wichtig, dass die Einsatzkräfte auch einmal vor Ort üben könnten und nicht nur in der Theorie, sagt Walther. «Die allgemeine Sicherheit geht dabei der individuellen Mobilität vor.»

Diese Ernstfallübungen in Tunnels, auf der Strasse, der Schiene oder auf dem Rhein finden laut Walther nur alle vier bis fünf Jahre statt. Sie locken auch immer zahlreiche Zuschauer an. «Bei der letzten Übung in Aesch (2011) schauten die Leute von ihren Balkonen zu. Andere holten sich eine Bratwurst und schauten von den Absperrungen aus zu», so Walther.

Die nötige Umleitung des Verkehrs erfolge durch die Polizei, erklärt sie. Man könne entweder die Kantonsstrasse benützen oder via Autobahn über die Ausfahrt Arisdorf ausweichen. Die Kosten für den KKS für diese Einsatzübung beliefen sich laut Walther auf 40 000 Franken.