Die «Gedeon Thommen», die Dampflokomotive aus dem Jahr 1902, ein historischer Personenwagen und ein Güterwagen sind Ende vergangenen Oktober in die neue Remise platziert worden. Danach finalisierten Mitglieder des VDWB und Fachleute den Innenausbau. Entstanden ist ein Museum und Eventlokal. Die Remise wird am 25. und 26. Mai mit Tage der offenen Tür eingeweiht. Ab dann steht sie der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Historische Objekte und Dokumente

Neben dem Dampfzug, den ein Lokführer und ein Kondukteur als Figuren flankieren, sind weitere historische Objekte und Dokumente zu sehen: eine Blaupausen-Skizze der «Gedeon Thommen», diverse Ersatzteile, alte Schriftstücke und Billette sowie ein grosser Plan mit der alten Streckenführung, wie sie vor ein paar Jahrzehnten verlaufen ist. Die Dampflok fuhr bis zur Elektrifizierung der Waldenburgerbahn (WB) im Jahr 1953. Danach fristete sie ein kümmerliches Dasein, ehe sie zum 100-Jahr-Jubiläum der WB 1980 aus der Versenkung geholt und auf Vordermann gebracht wurde. Bis vor fünf Jahren wurde sie regelmässig für Sonderfahren eingesetzt. «Die Loki ist das Prunkstück, ein Industriekulturgut», schwärmt Toni Huwyler, Vizepräsident des VDWB.

Die Remise ist nicht nur ein Museum, sie soll auch zum Eventlokal werden. Dieses kann für private und öffentliche Veranstaltungen sowie für Firmenanlässe gemietet werden. Mit gewisser Kreativität seien auch Seminare möglich, sagt VDWB-Vorstandsmitglied Jürg Brünger und meint begeistert: «Im historischen Personenwagen soll ein Feeling entstehen wie bei einer Dampffahrt vor 80 oder 90 Jahren.» Er bietet 38 Sitzplätze. Kürzlich hat ein Fondue-Essen stattgefunden. Die Ambiance habe gestimmt; es sei kühl gewesen. Denn die Remise kann nicht geheizt werden. Das Museum ist jeden letzten Sonntag im Monat offen.

Die Talhaus AG hat das Land, auf dem die Remise steht, zur Verfügung gestellt. Bei einem Anlass mit Essen kann man auf die Dienste des Restaurants zurückgreifen. Der Ausstellungsraum verfügt auch über eine Multimediaanlage. Im Güterwagen ist ein Mini-Kino eingerichtet, laut VDWB «das kleinste Kino der Welt».

Der Verein Dampfzug Waldenburgerbahn wurde 2012 gegründet, um gegen die Umspurung der WB zu kämpfen. Doch im Dezember 2015 entschied der Landrat, die Spur von 75 auf 100 Zentimeter zu verbreitern. Dieser Beschluss bedeutete das Aus für den Dampfbetrieb. Sie hätten alles Mögliche unternommen, jedoch ohne Erfolg, resümiert Hans-Rudolf Sutter, der das Remise-Projekt geleitet hat. Doch mit dem Vorschlag der Talhaus AG, auf ihrem Gelände das Gebäude zu errichten, habe das Ganze ein gutes Ende gefunden.

«Schlaflose Nächte»

Für den VDWB-Präsidenten, Kurt Grieder war der Umspurungs-Entscheid des Kantonsparlaments ein schwerer Schlag. «Ich hatte schlaflose Nächte und wollte die Flinte ins Korn werfen», gesteht er. Doch Vereinsmitglieder und die Talhaus AG hätten neuen Schwung gebracht. Grieder lobt die Zusammenarbeit mit der Baselland Transport AG, der Eigentümerin der WB. Auch dank ihr habe man in kurzer Zeit viel erreicht. Ein Makel an der Remise ist, dass bei Tageslicht die grossen Scheiben spiegeln und die Dampfzugformation von aussen kaum sichtbar ist.

   

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