Nach Einbrüchen, bei Hausdurchsuchungen oder wenn Personen vermisst werden, werden Polizeihunde eingesetzt. Durch eine zweijährige Ausbildung werden die reinrassigen Tiere zu Schutz- und Betäubungsmittelspürhunden trainiert.

An der heutigen Polizeihundeprüfung im Beeriland in Bottmingen wurden die Fähigkeiten der Hunde getestet. Neben dem Befolgen von Befehlen und dem Spurensuchen, mussten sie in einer gestellten, aber realitätsgetreuen, Situation einen Verbrecher stellen. Schon am Donnerstag fanden die Disziplinen «Anzeige einer Person im Gebäude» und «Personenrevier» ohne Publikum statt.

Festlicher Anlass

Wie jedes Jahr beobachteten viele Zuschauer das Geschehen. Auch wurden die Kollegen der deutschen Polizei eingeladen. «Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn und trainieren unsere Hunde oft gemeinsam», erklärt Harry Knecht, Leiter der Sondereinheit Sirius, Zuständiger für die Prüfungsleitung und OK-Präsident. Auch waren die Regierungsräte Isaac Reber und Anton Lauber vor Ort und schauten interessiert bei den Prüfungsaufgaben zu.

Der gesellschaftliche Anlass begeisterte durch die Leistung der neun Diensthunde. In drei Disziplinen mussten sie die Richter aus den Kantonen Aargau und Bern von sich überzeugen. Die Aufgabe bei der Übung «Wegrand» lautete, drei Gegenstände innerhalb von zehn Minuten auf der abgesteckten Wiese zu finden.

Max Henny vom Hundesport Oberdorf erklärt: «Die Hundeführer schicken ihre Hunde in einem speziellen System über die Wiese.» Daniel Hagmann und sein Hund Macho erhielten gute Kritik für das Laufsystem. Jedoch fand Macho nur zwei der drei Gegenstände. Auch durch mehrmalige Zeichen von Hagmann erschnüffelte der Holländische Schäferhund den silbernen Karabiner nicht. Dieser Gegenstand war auch für einige andere Hunde schwer zu finden.

Der Prüfungsteil «Schutzdienst» lockte die meisten Zuschauer an. In dieser Übung müssen die Polizeihunde den Täter stellen. Nachdem sie einige Zeit auf der Lauer liegen müssen, werden sie in den Wald geschickt, um den Täter zu orten. Dies signalisieren sie dann mit lautem Bellen.

Erst wenn der Täter fliehen will, darf der Hund zubeissen und ihn daran hindern. Dank der robusten Schutzanzüge bleiben dabei die Schutzdiensthelfer unverletzt. Sobald der Hundeführer seinem Hund jedoch ein Zeichen gibt, muss dieser umgehend vom Täter ablassen. Nach dieser Aufgabe waren sowohl die Richter als auch die Hundeführer und ihre Hunde ausser Atem.

Zubeissen will gelernt sein

Bei der «Unterordnung» stand das Gehorchen und Befolgen von Befehlen im Vordergrund. Hundeführer Thomas Dill und seine Hündin Extra trainieren seit einem Jahr zusammen. Die vierjährige Extra war zuvor bei einem Besitzer, der sie schlecht behandelt hatte.

«Ich hatte während der Prüfung ein Blackout. Das Tier merkt das sofort», sagt Dill. Doch schliesslich habe die Hündin die Aufgaben gut gemeistert. In der gleichen Kategorie kam es später zu einem Zwischenfall: Hundeführer Christian Spring gab seinem Hund Vero einen Befehl.

Der Hund von Marcel Salathe meinte, das Kommando sei an ihn gerichtet und attackierte Vero. Die beiden Polizisten hatten danach grosse Mühe, ihre Hunde wieder voneinander zu trennen. Salathe und sein Hund Baro wurden anschliessend disqualifiziert.