Geht im Bed and Breakfast der Baselbieter Landratspräsidentin Daniela Gaugler in einer Gewerbezone von Lausen alles mit rechten Dingen zu? In dieser Frage ist der Entscheid des zuständigen Bauinspektorats vertagt worden. Dies, weil der Rechtsvertreter von Daniela Gaugler um Fristerstreckung und Akteneinsicht ersucht hat. Dies teilt die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) mit. Eine solche Forderung nach Fristerstreckung sei ein üblicher Vorgang; dies sei zudem ohne Vorliegen spezieller Gründe möglich, betont Andreas Weis, der Leiter des Bauinspektorats.

Die Beteiligten haben eine Frist von Mitte September vereinbart. Bis dann soll Gaugler weitere Unterlagen zum Bed and Breakfast einreichen. Wie die bz weiss, hat das Bauinspektorat bereits am vergangenen Freitag einen Augenschein im Gewerbehaus von Gaugler an der Kanalstrasse 17 in Lausen vorgenommen. Ob die SVP-Politikerin bereits zuvor Unterlagen zur Verfügung gestellt hat, ist nicht bekannt: «Dazu gebe ich keine Auskunft», sagt Weis mit Hinweis auf das laufende Verfahren.

Der Antrag auf Fristerstreckung bringt der unter Beschuss geratenen Landratspräsidentin, die am 4. September ihre erste Parlamentssitzung leitet, vor allem eines: mehr Zeit. Die Frage nach der Zonenkonformität des Gewerbehauses ist für die politische Zukunft der SVP-Landrätin von grosser Bedeutung. Im Zentrum steht die Frage, wie die Beherbergungsverhältnisse im Gewerbehaus zu bewerten sind: Schlafen dort nicht bloss Hotelgäste, sondern auch Dauermieter, würde dies womöglich gegen Zonenvorschriften verstossen.

Zudem ist fraglich, ob die dortigen Räume gegenüber den Behörden korrekt deklariert sind. In der «Basler Zeitung» behauptete ein ehemaliger Mieter, seine Wohnung sei offiziell als Büro ausgewiesen worden. Eine allfällige Schädigung des Staats in diesem Kontext würde Rücktrittsforderungen an die Adresse der SVP-Politikerin nach sich ziehen.