Münchenstein plant für das kommende Jahr bei einem Gesamtaufwand von 62 Millionen Franken mit einem Überschuss von knapp 1,8 Millionen Franken. Das positive Ergebnis kommt nur dank realisierten Gewinnen aus Liegenschaftsverkäufen von knapp 4,4 Millionen Franken zustande. Finanzchef David Meier (FDP) begründete an der Gemeindeversammlung vom Montagabend das eigentliche Minus mit einer sich «unerwartet und schnell» verändernden Kostenstruktur. Vor allem bei den gebundenen Kosten wie der Bildung, Sozialen Sicherheit und der Gesundheit steigen die Kosten rasant. Mehr Schulklassen, Kostenanstieg bei den stationären Pflegebeiträgen und gesetzliche Zusatzbeiträge bei den Bezügern von Ergänzungsleistungen seien unter anderem der Grund dafür, erklärte David Meier.

15 Millionen Franken Gewinn

Der Gemeinderat möchte mit zusätzlichen Einnahmen den steigenden Kosten Herr werden. Er möchte agieren statt reagieren. Münchenstein soll sich dynamisch entwickeln.
Dies gelingt bereits im kommenden Jahr. Im Vergleich zur Rechnung 2016 kann Münchenstein bei gleichbleibendem Steuersatz für natürliche Personen von 61 Prozent mit rund 6,4 Prozent mehr Steuereinnahmen rechnen. Im Aufgaben- und Finanzplan 2018 – 2022 zeigt sich, dass die Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen weiter ansteigen. Bei den juristischen Personen muss Münchenstein Mitte 2018 den Wegzug einer Firma verkraften, was rund 300'000 Franken weniger Steuereinnahmen bedeutet.

Finanzchef David Meier sieht Münchenstein in der Gesamtentwicklung auf einem «guten bis sehr guten Weg». Die eingeschlagene Wachstumsstrategie des Gemeinderats schlage sich bereits in den Finanzen nieder.

Für die kommenden Jahre plant Münchenstein jährliche Gewinne von bis zu 15 Millionen Franken. Bereits 2020 sind schwarze Zahlen ohne Liegenschaftsverkäufe möglich.

Wichtiger sozialer Treffpunkt

Das Lange Heid-Quartier erhält eine weitere Aufwertung. Der Aussenraum des Lange Heid-Schulhauses und der dazugehörende Spielplatz sind zentrale öffentliche Räume für das Quartier, in dem viele Familien wohnen und der Migrationsanteil für Münchenstein überdurchschnittlich hoch ist.

Das Quartier, das südlich an das Gewerbeareal Dreispitz und den Spengler-Park anschliesst, hat sich seit seiner Entstehung zwischen 1950 und 1970 nur geringfügig entwickelt. Frei- und Grünräume fehlen fast gänzlich. Umso wichtiger sind die Aussenräume des Schulhauses mit dem in die Jahre gekommenen Spielplatz. Die Gemeindeversammlung sprach bei nur zwei Enthaltungen einen Kredit von 650 000 Franken, um den Aussenraum inklusive Spielplatz, der von der momentan laufenden Erweiterung des Schulhauses nicht betroffen ist, zu erneuern und aufzuwerten.

Auf dem Spielplatz sollen die Schaukel und das Wasserspiel ausgebaut werden. Ein neues Klettergerät, ein Turm mit Rutschbahn und neue Balanceelemente sollen die Kinder begeistern. Die Wege und Bepflanzung werden ebenso erneuert wie die Sitzstufen aus Holz im Nordwesten des Areals. Im Norden des Areals entsteht eine neue Bocciabahn.